Übersetzungsparadoxien und Missverständnisse

Chiapas Media Projekt: The Land Belongs to Those Who Work It, 2005

Chiapas Media Projekt: The Land Belongs to Those Who Work It, 2005

Hinweis

Übersetzungsparadoxien und Missverständnisse

Die UNO hat das Jahr 2008 zum internationalen Jahr der Sprache erklärt. Denn jedes Jahr sterben zehn Sprachen aus. Wobei die Verlust-Quote besonders hoch ist in Gegenden mit der grössten Sprachenvielfalt, die häufig auch solche mit beträchtlicher biologischer Vielfalt sind. Im «vielsprachigen Europa» werden nur 3% der insgesamt 6000 Sprachen auf der Erde gesprochen. Wenn nicht bald etwas geschieht, so die Prognose, werden fünfzig bis neunzig Prozent der heute gesprochenen Sprachen im 21. Jahrhundert aussterben, eine Entwicklung, die sich mit der Internationalisierung der Finanzmärkte, der Informationsverbreitung durch elektronische Medien und den anderen Begleiterscheinungen der Globalisierung noch verschärft hat. Vor diesem Hintergrund startet die Shedhalle ihre dritte gross angelegte, sich über ein Jahr erstreckende Projektreihe. In der ersten Ausstellung wird das Problem der Übersetzung thematisiert, wie es nicht nur hinsichtlich des Transfers von einer Sprache in die andere vorliegt, sondern auch bei Versuchen des intersubjektiven Verständnisses oder beim Transfer in einen anderen Kontext, ein anderes Medium. Gezeigt werden künstlerische Arbeiten, die sich mit Übersetzungen und damit einhergehenden - auch produktiven - Missverständnissen beschäftigen. Die nachfolgende Ausstellung wird sich mit der Situation der Schweiz und Minderheitssprachen und -regionen in Europa auseinandersetzen, das dritte Kapitel schliesslich thematisiert die Frage der kuratorischen Übersetzung. Einige der im aktuellen Projekt beteiligten KünstlerInnen sind: Pierre Bismuth, Esra Ersen, Patricia Esquivias, Susan Hiller, Pavel Medvedev.

Bis 
20.12.2008

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