Bertille Bak

Bertille Bak · Notes engloutis, 2012

Bertille Bak · Notes engloutis, 2012

Hinweis

Bertille Bak

Ein nie gesehenes Déjà-vu: meist überhörte Alltagsgeräusche. Bertille Bak stellt sie aus, mit jenen wunderschön nostalgischen Metro-Plänen, auf denen per Knopfdruck die Fahrt geplant werden kann. Drückt man erst den Knopf der Ausgangs-, dann den der Zielstation, leuchten in Baks ‹Notes englouties›, 2012, nicht nur die Punkte entlang einer Strecke auf. Zu hören sind die Geräusche der jeweiligen Fahrt: das Warnsignal, die ratternd schliessenden Türen, das Quietschen und Rumpeln des Zuges. Bak, die vormalige Boltanski-Schülerin, erforschte zudem, welche Linien am ruhigsten, daher am besten für Zigeunermusik geeignet sind, und zeichnete diese minutiös auf. Sie dokumentiert und erzählt, bringt zum Staunen und Lachen - und zum Nachdenken. Mehrere Monate hat sie ihren Wohnwagen in ein Roma-Lager in Ivry-sur-Seine gestellt. Sie nahm deren Leben auf und liess sie Rollen spielen. Das Ergebnis, ‹Transports à dos d'hommes›, 2012, ist voll präziser Kritik - an den prekären Lebensumständen der Roma ebenso wie an der Gesellschaft, die sie an ihre Ränder drängt. Sie sind nicht die Einzigen: In ‹Ô quatrième› spielen die Schwestern des Ordens der Filles de la Charité mit, die ihre letzten Lebensjahre im Mutterhaus in der Pariser rue du Bac verbringen. Je mehr es aufs Sterben zugeht, desto höher ziehen sie in diesem Haus, bis sie, im vierten Stock angekommen, wissen, dass es Zeit wird, ihren Herrn zu treffen. Wieder mit Ionescu-haft absurd-bissigem Humor spürt Bak das Eigenartige auf, das die Welt ausmacht. Auch wenn man es nur zu gern übersieht.

Bis 
15.12.2012
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Bertille Bak, Roman Ondák 28.09.201216.12.2012 Ausstellung Paris
Frankreich
FR
Künstler/innen
Bertille Bak
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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