Mnemosyne

Aby Warburg und ein Pueblo-Indianer, 1896, überarbeitete Postkarte von Roberto Ohrt und Philipp Schwalb an Peter Kamm.

Aby Warburg und ein Pueblo-Indianer, 1896, überarbeitete Postkarte von Roberto Ohrt und Philipp Schwalb an Peter Kamm.

Hinweis

Mnemosyne

Gefundene Bilder einander gegenüberstellen, Verwandtschaften ergründen, Bedeutungen untersuchen, frei assoziieren - in der Kunst heute selbstverständlich, begründet vor einem knappen Jahrhundert durch Aby Warburgs ‹Mnemosyne› Projekt. Die ursprünglichen Tafeln der Bildersammlung sind nicht erhalten. Eindruck geben einzig fotografische Reproduktionen, zwei Rekonstruktionsversuche in den frühern Neunzigerjahren und Publikationen. Jetzt wird in St. Gallen eine Reinszenierung gewagt, angeregt durch Peter Kamm. Der Künstler nimmt regelmässig in Hamburg an Gesprächen zur ‹Mnemosyne› teil. Derartige Kommunikation ist wichtig und erhält mit der Ausstellung neuen Schwung. Schon Warburg hatte neben den Abbildungen aufgeschlagene Bücher platziert, und nun konnten die Bestände von Stifts- und Kantonsbibliothek dafür aktiviert werden.
Die Bildtafeln selbst sind entlang einer Schlangenlinie präsentiert und verweisen damit auf einen weiteren regionalen Bezug: Als Patient im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen hielt Warburg einen Vortrag über das Schlangenritual der Pueblo-Indianer - ein wichtiger Schritt für die eigene psychische Heilung. Noch einmal also wertvolle Kommunikation. Das gilt auch für das Begleitprogramm zur Schau.

Bis 
16.11.2013
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Kulturraum S4 Schweiz St. Gallen
Autor/innen
Kristin Schmidt

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