Beehave — Gute Beziehungen

Beehave, 2018, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Gina Folly

Beehave, 2018, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Gina Folly

Brigham Baker · Weaving House, 2018, und Hive, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Gina Folly

Brigham Baker · Weaving House, 2018, und Hive, 2015, Installationsansicht Kunsthaus Baselland. Foto: Gina Folly

Besprechung

Die Begegnung von Mensch und Biene hat viele Facetten. Bei ‹Beehave› im Kunsthaus Baselland geht es um das Verhalten von Bienen sowie um unser Verhältnis zu ihnen. Aus kultureller Perspektive werden akute gesellschaftliche Fragen zum Umgang mit diesen nützlichen, sensiblen Tieren reflektiert.

Beehave — Gute Beziehungen

Basel/Muttenz — Die Sammlung von Werken von insgesamt 25 Künstler/innen lässt sich als «seismographischer Verweis» auf die vielen Besonderheiten der Honigbienen lesen und betont deren unbeschreiblichen Wert. Wir lieben, was wir kennen, und schützen, was wir lieben. Dies setzt zunächst eine Begegnung voraus. Das Kooperationsprojekt mit der Fundació Joan Miró, das mit Blick auf die Kontexte der jeweiligen Orte von den beiden Kuratorinnen Martina Millà in Barcelona und Ines Goldbach in Basel/Muttenz konzipiert wurde, will das Publikum für das Thema sensibilisieren und zur Aufklärung beitragen, ohne didaktisch oder gar moralisch zu sein. Ausgewählt sind Arbeiten, welche die Intelligenz, das Sozialverhalten, die Muster und Organisationsstrukturen von Bienen aufgreifen. Alle Werke erforschen mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln bestimmte Aspekte der Honigbiene, transformieren einzelne Elemente ins eigene Schaffen oder decken inhaltliche Bezüge und Parallelen auf. Die Biene und ihre Erzeugnisse – Waben, Honig, Wachs – sind als Motiv und Material innerhalb der Ausstellung allgegenwärtig. Hinter dieser Präsenz stehen sehr unterschiedliche Fragestellungen und Ansätze. Von den Wachsreliefs von Mirko Baselgia bis zu den Kunst-und-Bau-Projekten von Boris Rebetez und Katharina Anna Wieser spannen die Werke den vollen Lebenszyklus der Bienen auf, angefangen bei -Marta Margnettis Bronzeabgüssen toter Hautflügler zu Beginn der Ausstellung bis hin zum letzten Raum, wo in Björn Brauns Videoinstallation Mauerbienen aus vielfarbigen Nestern schlüpfen. ‹Bienenflug› von Meret Oppenheim und ‹Bienenkönigin› von Beuys bilden die räumliche Vorhut zur Installation von Xavi Manzanares & Alex Munoz, die das Treiben in einem Bienenstock aus dem Aussenbereich des Museums multisensorisch in den Innenraum transformiert. Eine andere Form der Interaktion findet sich bei Brigham Baker, der seine Bienen mittels farbiger Zuckerlösung zum malerischen Einsatz oder zu abstrakten (Fress-)Formen auf Papier animiert. Sucht man Analogien zwischen Bienen und Künstler/innen, so fällt der Blick auf Sandra Knechts Arbeit, die den Prozess der Umwandlung von Materialien zu etwas Gehaltvollem auf poetische Weise visualisiert. ‹Beehave› als Ganzes versammelt Kunstobjekte und ihre Geschichten – wie Bienen die Blütenpollen – und bietet vielfältige Eindrücke, die ihrerseits verarbeitet werden wollen. Dazu dient auch die Publikation (gestaltet von Groenlandbasel) als sinnvolle Erweiterung mit Essays zur Bienenkultur, Architektur- und Kunstgeschichte. 

Bis 
11.11.2018

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