Magma#2

Romuald Etter · Immer weiter, Immer weiter, 2018, Installation  mit Panta Rhei, 2018, Öl und Spray auf Glas / Öl, Stoff und Spray hinter Glas, 175 x 140 cm; Carrozza 2, 2018, Öl auf Glas / Holzkonstruktion auf Rädern, 100 x 140 x 131 cm

Romuald Etter · Immer weiter, Immer weiter, 2018, Installation  mit Panta Rhei, 2018, Öl und Spray auf Glas / Öl, Stoff und Spray hinter Glas, 175 x 140 cm; Carrozza 2, 2018, Öl auf Glas / Holzkonstruktion auf Rädern, 100 x 140 x 131 cm

Sara Gassmann · Licht Formen, 2018, LED-Filterfolien, Ortsspezifische Installation, Dock Basel. Foto: Florine Leoni

Sara Gassmann · Licht Formen, 2018, LED-Filterfolien, Ortsspezifische Installation, Dock Basel. Foto: Florine Leoni

Hinweis

Magma#2

Zug — Eine Malerei-Triennale in der Zentral-schweiz? Wie oft wurde das traditionsreiche Medium Malerei nicht bereits totgesagt und ist dann doch wiederauferstanden. Die Frage könnte einem beinahe müssig erscheinen, insbesondere angesichts der Rekordpreise, die Gemälde gegenwärtig erzielen. Doch macht der ambivalente Status der Malerei, pendelnd zwischen Gestrigkeit und Aktualität, auf zweierlei aufmerksam: Erstens verweist der Disput darauf, dass sich die Malerei seit Anbruch der Moderne immer wieder gegen andere, oftmals neuere Medien beweisen musste. Das begann 1839 mit der Erfindung der Fotografie, die den Maler Paul Delaroche ausrufen liess, die Malerei sei tot. Zweitens zeigt das Überleben der Malerei die Wandelbarkeit des Mediums sowie die Fähigkeit von Kunstschaffenden, Malerei immer wieder neu zu erfinden und für sich zu entdecken. So hat sie sich stetig weiterentwickelt, hat ihre eigenen Grenzen gesprengt und sich damit äusserst erfolgreich gegenüber anderen Medien behauptet. Das zeigt auch die Gruppenschau ‹Magma›, die erstmals 2015 in Hochdorf durchgeführt wurde. Die Ausstellung soll kein einmaliges Ereignis bleiben, sondern wird als Triennale an wechselnden Standorten in der Zentralschweiz weiterentwickelt. Die diesjährige, zweite Ausgabe findet in der Shedhalle Zug statt und zeigt die Arbeiten von 14 Kunstschaffenden. Dabei interessieren besonders die Wandelbarkeit und die Vielseitigkeit des Mediums. So wird nicht nur tatkräftig gemalt, sondern auch an den unterschiedlichen Tradierungen des Mediums gerührt: Während sich einige Positionen mal figurativ, mal abstrakt an eher klassischen Themen der Malerei abarbeiten wie Komposition, Formgebung, Sujet und Ausdrucksweise (Pia Fries, Irene Bisang, Beat Bracher, Doris Schläpfer), stehen bei anderen Materialexperimente und Intermedialität im Vordergrund (Romuald Etter, Monika Kiss Horváth, Christian Herter, Lipp & Leuthold, Anna-Sabina Zürrer). Auffällig ist zudem, dass es viele der beteiligten Kunstschaffenden in die dritte Dimension und ins Installative drängt (Sara Gassmann, -Matthias Moos, Pascale Birchler, Christian Kathriner, Jonas Burkhalter). Malerei ist selbst zum Experimentierraum geworden, dessen Grenzen es stets von neuem abzustecken gilt. 

→ Shedhalle Zug, 10.–28.11. ↗ www.magma-triennale.com

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