Yves Netzhammer ­— Biografische Versprecher

Yves Netzhammer · Biografische Versprecher, 2018, Rauminstallation mit 5-teiliger, synchroner -Projektionsarbeit, 5 Pressluftobjekten, dreidimensionalen Stahlzeichnungen und Masken. Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Foto: Jürg Fausch

Yves Netzhammer · Biografische Versprecher, 2018, Rauminstallation mit 5-teiliger, synchroner -Projektionsarbeit, 5 Pressluftobjekten, dreidimensionalen Stahlzeichnungen und Masken. Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Foto: Jürg Fausch

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Yves Netzhammer · Biografische Versprecher, 2018, Rauminstallation mit 5-teiliger, synchroner -Projektionsarbeit, 5 Pressluftobjekten, dreidimensionalen Stahlzeichnungen und Masken. Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Foto: Jürg Fausc 

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Yves Netzhammer · Biografische Versprecher, 2018, Rauminstallation mit 5-teiliger, synchroner -Projektionsarbeit, 5 Pressluftobjekten, dreidimensionalen Stahlzeichnungen und Masken. Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen. Foto: Jürg Fausc 

Besprechung

Der Medien- und Installationskünstler Yves Netzhammer zeigt im Museum zu Allerheiligen Schaffhausen mit neuen Werken eine umfangreiche Einzelschau, die man gern mehrmals sehen möchte. Er interagiert dabei auch mit den Sammlungen des Universalmuseums und stellt erstmals kinetische Objekte vor.

Yves Netzhammer ­— Biografische Versprecher

Schaffhausen — Furios ist der Ausstellungsauftakt von Yves Netzhammer (*1970) im Museum zu Allerheiligen: Da hängt tatsächlich an einer galgenähnlichen Konstruktion ein metallenes Strichmännchen, von einer Luftpumpe zu zappeligen Zuckungen animiert. Fröhlicher Hampelmann oder doch ein Erhängter? In regelmässigen Abständen sackt das Gerüst zusammen und das Metallgerippe kommt lautstark als zufällige, abstrakte Zeichnung auf dem Boden zu liegen. Verschiedene Seinszustände und Bedeutungsschichten sind also in dieser einen Figur angelegt. Der Künstler selbst vereint in seiner Person den ‹Ausbrecher, Aussteller, Ausbader›. So deklariert es der Untertitel der umfassenden Schau, die Netzhammer kühn ‹Biografische Versprecher› nennt und mit der er sich nach zwanzig Jahren wieder in seiner alten Heimat präsentiert. Die persönliche Offenbarung bleibt indes ein «Versprechen», denn der Narr als Leitfigur des Projekts ist ebenso Netzhammers Alter Ego wie das des Menschen an sich. Dieses Alter Ego begegnet uns im abgedunkelten Raum einer schwebenden Fünfkanalprojektion. Es vollführt allerlei irrwitzige Handlungen, erprobt Zärtlichkeiten und Grausamkeiten und macht obsessiv Handy-Fotos. Wie oft bei Netzhammer schwankt man zwischen schmunzeln und leer schlucken. Umgeben sind die filmischen Animationen von kniehohen Podesten, die sparsam mit zeichenhaften Objekten bestückt und theatralisch beleuchtet sind. Luftdruckbetriebene Metallkonstrukte treten auf, versehen mit textilen Gliedmassen. Ihre ruckartigen, zuweilen scheppernden Bewegungen liefern den einzigen Sound im Raum und werfen oft berührende, skulpturale Momente aufs Parkett. Im Widerschein abgehängter Glasplatten überlagern sich die einzelnen Elemente der Installation zur komplexen Gesamtkomposition mit wummerndem Grundtenor: Wo fängt das Menschliche an, wo hört es auf? Diese Fragen koppelt der Künstler spielerisch auch an die Bestände des Universalmuseums: In die naturhistorische, die archäologische, die kunst- und die kulturgeschichtliche Abteilung verwebt er achtzehn äussert beglückende Interventionen. Zu Recht wurde für diese aufwändige, beachtliche Ausstellung der diesjährige Kunstpreis der BEWE-Stiftung verliehen. Parallel ist der Künstler aktuell bei der Galerie Mera mit frühen Arbeiten zu sehen, die gemeinsam mit Olaf Breuning entstanden.

Bis 
17.02.2019

→ ‹Yves Netzhammer – Biografische Versprecher›, Museum zu Allerheiligen, bis 17.2.2019; Katalog-präsentation und Künstlergespräch: 27.11., 18.30 Uhr ↗ www.allerheiligen.ch
→ ‹Olaf Breuning & Yves Netzhammer›, Galerie Mera, Schaffhausen, bis 8.12. ↗ www.galerie-mera.ch

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