Foncteur d’oubli

Christopher Orr · A Strange Hallow Echo, 2019, Öl auf Holz, 25,5 x 17 cm, La Borie/Ardi Poels

Christopher Orr · A Strange Hallow Echo, 2019, Öl auf Holz, 25,5 x 17 cm, La Borie/Ardi Poels

Hinweis

Foncteur d’oubli

Paris — Der Vergissfunktor – mathematischer und poetischer Begriff – gruppiert bestimmte Eigenschaften, lässt andere aus, erzeugt neue Bezüge. Benoît Maire (*1978), solider Vertreter des romantischen Konzeptualismus, lässt sich von exotischen Theoriefeldern inspirieren. Und von Architektur und Design. Er sammle Stühle, konsultiere sie, «wie man Bücher in seiner Bibliothek nutzt». Nun kuratiert er: löst Objekte aus ihren Kontexten, kombiniert. Ein Stuhl von Diego Giacometti wirkt anders neben der laufenden Gipsfigur von Simon Dybbroe Møller. Das Vorgehen ist nicht neu. Maire verbindet es mit seiner künstlerischen Praxis, gibt der Schau Werkcharakter. Ein Blechschrank von Maurizio Cattelan, ‹Untitled›, 1997, dient als Tür zum Besprechungszimmer, ein Aquarium mit bunten Fischen präsentiert künstliche Korallenriffs des Büros Martinez-Barat Lafore Architectes. «Naturerzeugnisse sind das eine, Nutzobjekte das andere Ende, dazwischen entfaltet sich die Ausstellung», erklärt Maire und  verweist beispielsweise auf organische und anorganische Materialien mischende Arbeiten von Agata Ingarden. Den roten Faden bilden die surrealen malerischen Überlagerungen des Engländers Christopher Orr. Wie Kommentare bilden sie die Schau anders ab. Ein Brief von Marcel Broodthaers schliesslich lässt den feinen Humor anklingen, mit dem Maire Kunst und Ausstellung herauszufordern versteht. 

Bis 
08.12.2019

Werbung