A House is not a Home — Was macht ein Haus zum Heim?

Dominic Michel · Mob, 2019, Ausstellungsansicht Fri Art Freiburg,2019. Foto: Guillaume Baeriswyl

Dominic Michel · Mob, 2019, Ausstellungsansicht Fri Art Freiburg,2019. Foto: Guillaume Baeriswyl

Ser Serpas · Ausstellungsansicht Fri Art Freiburg, 2019. Foto: Guillaume Baeriswyl

Ser Serpas · Ausstellungsansicht Fri Art Freiburg, 2019. Foto: Guillaume Baeriswyl

Besprechung

Was ist ein Zuhause? ‘A House is not a Home’ ist die erste Ausstellung des neuen künstlerischen Leiters der Freiburger Kunsthalle Fri Art Nicolas Brulhart, die eine neue Generation von Künstler*innen zum Thema Malerei und Skulptur versammelt. Befragt wird in zwei Ausstellungsteilen die Beziehung zwischen Haus und Heim im öffentlichen Raum der Kunst.

A House is not a Home — Was macht ein Haus zum Heim?

Freiburg – Wie und wo fühlt man sich zuhause und welche Bedingungen müssen dafür erfüllt sein? Dieser Frage stellen sich dreizehn Kunstschaffende, die vom neuen Leiter des Fri Art, Nicolas Brulhart, eingeladen wurden. Im Zeitalter von modernem Nomadismus und digitaler Virtualität bespielen sie den Ausstellungsraum als eine Art von wohnlicher, aber auch ungewöhnlicher bis unheimlicher Behausung.
‹us all traces›: Die auf der Strasse gefundenen Sofas der Künstlerin Ser Serpas (*1995) stehen vertikal statt horizontal im Raum. Eine Türe, die mit einfachen geometrischen Mustern bemalte Tafel mit Griff ‹Fire Exit›, 2018, von Gina Fischli (*1989), steht von der Wand abgerückt in einem Zimmer. Dominic Michel (*1987) baut eine Art Bar mit grüner Ölfarbe bemalten Gläsern und Vasen, die um eine Säule herum angeordnet sind und dumpf vor sich hin schimmern. Zum Fenster hinein schaut ein schafsartiges wolliges Tierchen mit halb verwestem Schädel, konzipiert von Tristan Lavyoer (*1986). Die ukrainische Künstlerin Olga Balema (*1984) spannt mit feinem Plastikband, Nägeln und Leim Linien und Ecken knapp über dem Ausstellungsboden: ‹Brain Damage› (2019). Eine Art Raumgrenze? Eine Falle? Durch die Form der Präsentation in dem Ausstellungsraum hinterfragen die Kunstwerke unsere Beziehungen zum Zuhause und somit auch die Identität und Identifikation mit dem privaten Raum. «Ihr plastischer und poetischer Sinn bezieht sich mehr oder weniger offen auf das Häusliche, das Dekorative, auf die klassischen Kunsttechniken, auf das Kunsthandwerk … so, als würden sie aus der Definition des einen Ortes zum Nachteil des jeweils anderen einen Nutzen ziehen», erläutert es der Kurator der Show. Die Arbeiten sind von den Künstler*innen oft eigenhändig hergestellt und besitzen einen gewissen handwerklichen Charme. Im Widerspruch dazu verweist ihre Erscheinung aber ebenso auf das Prekäre und Ephemere der künstlerischen Produktion. In der Ausstellung ‘A Home is not a House’ von Ende November 2019 bis Mitte Januar 2020 sind dieselben dreizehn KünstlerInnen ein zweites Mal vertreten. Wie in einem Spiegelbild der ersten Ausstellung wird die Beziehung von Identität und Raum von der anderen Seite her reflektiert.

Bis 
12.01.2020

Freiburg_Fri Art, ‘A House is not a Home’, bis 10. November 2019. Der zweite Ausstellungsteil ‘A Home is not a House’ dauert vom 30. November bis 12. Januar 2020. ↗ www.fri-art.ch

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A House is not a Home 21.09.201910.11.2019 Ausstellung Fribourg
Schweiz
CH

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