Thea Djordjadze

Thea Djordjadze · A Guide on Wrong Path, 2019, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Winterthur

Thea Djordjadze · A Guide on Wrong Path, 2019, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Winterthur

Thea Djordjadze · History of Display, 2019, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Winterthur

Thea Djordjadze · History of Display, 2019, Ausstellungsansicht Kunstmuseum Winterthur

Hinweis

Thea Djordjadze

Winterthur — Im Erweiterungsbau des Kunstmuseums sind derzeit nicht einfach zugängliche Objekte und Rauminstallationen der georgischen Künstlerin Thea Djordjadze (*1971, Tiflis) ausgestellt. Die Schau mit dem Namen ‹one is so public, and the other, so private› referiert auf die Grenzen des privaten und des öffentlichen Raums, die sowohl im digitalen Bereich wie auch im künstlerischen Schaffen permanent verwischen. Die in Berlin wohnhafte Künstlerin lotst das Publikum durch die Räume und konfrontiert es zunächst mit einer mächtigen Bodenskulptur aus graugrünem Stahl. Obwohl das 40 cm hohe Objekt an eine Sitzbank erinnert, lädt es in seiner Kargheit nicht zum Verweilen ein. Minimalismus bestimmt auch die nächsten Räume. Wir werden an streng formale Prinzipien und modulare Gesetzmässigkeiten der amerikanischen Kunst der Sechziger- und Siebzigerjahre erinnert. So dominieren drei schwarze Gitterstrukturen einen Raum, die wie eine Aufhängevorrichtung in einem Sammlungsarchiv wirken. Hier werden Werke u. a. von Pierre-Auguste Renoir, Lucio Fontana und Marisa Merz präsentiert – offenbar eine von der Künstlerin selbst getroffene Auswahl. Für den zentralen Raum entwarf sie eine Wandverkleidung, die den Raum einfasst, doch ohne eine heimelige Atmosphäre zu verströmen. Anders als ein Täfer greifen die Verkleidungen in unterschiedlichen Winkeln aus. Zudem liegen Objekte aus Metall und Papiermaché aus, als ob sie nach einem Workshop zurückgelassen worden wären. Und obwohl den metallenen, achteckigen Strukturen, die auf einem himmelblauen Teppich präsentiert sind, etwas Funktionales anhaftet, bleiben auch diese rätselhaft. Ebenso die Objekte in der Ausstellung, die zwar an intime Wohninterieurs wie Tischchen oder eine Liege erinnern. Doch das eigenständige Repertoire an Formen, Materialien, Versatzstücken und widerspenstigen Kombinationen im vorläufig Prekären fügt sich auch hier keiner schlüssigen Erzählung – vielleicht sind es gerade diese Schnitte, welche die Künstlerin vermitteln möchte. Auf jeden Fall hinterlässt der Ausstellungsbesuch unangenehm minimale Verschiebungen in der persönlichen Wahrnehmung von Kunst.

Bis 
17.11.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Thea Djordjadze 07.09.201917.11.2019 Ausstellung Winterthur
Schweiz
CH
Künstler/innen
Thea Djordjadze
Autor/innen
Ursula Meier

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