Pierre Haubensak / Eva Maria Gisler

Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler · Ausstellungsansicht, Kunstraum Medici, 2020; Bilder von P. Haubensak, Objekte von E. M. Gisler

Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler · Ausstellungsansicht, Kunstraum Medici, 2020; Bilder von P. Haubensak, Objekte von E. M. Gisler

Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler · Ausstellungsansicht, Kunstraum Medici, 2020; Bilder von P. Haubensak, Objekte von E. M. Gisler

Pierre Haubensak/Eva Maria Gisler · Ausstellungsansicht, Kunstraum Medici, 2020; Bilder von P. Haubensak, Objekte von E. M. Gisler

Hinweis

Pierre Haubensak / Eva Maria Gisler

Solothurn — Mit der Doppelausstellung von Eva Maria Gisler (*1983) und Pierre Haubensak (*1935) arrangiert der Kunstraum Medici einen Dialog über zwei Generationen von der Malerei (Haubensak) zur plastischen Arbeit (Gisler). Das gemeinsame Thema in diesem anregenden Dialog ist die Arbeit mit rudimentären räumlichen Strukturen. Beide Kunstschaffende erforschen mit ihrer Arbeit die grundlegenden Komponenten von Räumen.
Pierre Haubensak gestaltet seine jüngsten Bilder mit der Maurerkelle. In zeichnerischen Arbeiten hat Haubensak sich bereits intensiv mit architektonischen Elementen beschäftigt und in seiner Malerei spielen geometrische Strukturen und Schichtungen von Farben immer wieder eine starke Rolle. Für seine jüngsten Werke verteilt er Acrylfarben mit einem Blechspachtel auf körniger Leinwand oder Jute. Schwungvoll, aber kontrolliert, von unten nach oben oder von einer Seite zur anderen trägt er die Farbe auf. Was im fertigen Bild nach abstrakten Farbflächen aussieht, entsteht auf der Basis einer lockeren Gitterstruktur, die manchmal nur in einem Farbton ausgeführt wird, meist in zwei Farbtönen, seltener auch drei. Haubensak wählt kraftvolle, vitale Farbtöne: ein leuchten­des Rosa, ein strahlendes Blaugrün, durch das an einigen Stellen ein rötlicher, wie mattes Gold schimmernder Ockerton zu sehen ist. Die kräftigen Farben und Kontraste geben den Bildern einen enormen ästhetischen Reiz. In einigen Arbeiten lassen sich Teile der gitterförmigen Grundstruktur noch erkennen, daneben tauchen hier und da Anklänge an urbane oder landschaftliche Motive auf. Manchmal arbeitet Haubensak aber auch einfach nur mit Schwarz. Und da kann es geschehen, dass stellenweise die grobkörnige Jute oder Leinwand sichtbar wird. Hier taucht noch einmal eine weitere, tiefere Schicht der Gitterstruktur auf.
Auch aus den Objekten von Eva Maria Gisler lassen sich tiefer liegende Gitterstrukturen herauslesen. Ganz deutlich wird das, wenn in einem Objekt aus grobporigem Beton die Struktur der Armierungseisen durchschimmert. Die Künstlerin arbeitet mit Beton, Holz, Eisen, aber auch mit Schaumstoff, MDF-Platten – ­allem eben, was im Bau Verwendung findet. Ihre Arbeiten wirken auf den ersten Blick wie Fundstücke von einer Baustelle, wie Bauteile, wobei nicht ganz klar ist, ob hier etwas im Entstehen oder Vergehen ist. Doch sind diese Objekte alles andere als funktional. Die Betonteile sind rätselhaft geformt. Eine kleine Treppe endet in einem seltsamen Bogen. Schwer vorstellbar, dass die Objekte Gislers in einen realen Raum einsetzbar wären. Die Künstlerin unterstreicht das bizarre Moment, indem sie die Stücke partiell bemalt: mit einem scheuen Rosa oder einem luftigen Grün. Die Farben sind nicht ganz so leuchtend wie die bei Haubensak, ähneln ihnen aber in der Tonlage. 

Bis 
28.11.2020
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Eva Maria Gisler – Pierre Haubensak 10.09.202028.11.2020 Ausstellung Solothurn
Schweiz
CH
Künstler/innen
Eva Maria Gisler
Pierre Haubensak
Autor/innen
Alice Henkes

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