Andrea Vogel

Andrea Vogel · Biedermeier, 2012, Fotografie

Andrea Vogel · Biedermeier, 2012, Fotografie

Hinweis

Andrea Vogel

Konstanz — ‹Handarbeit› ist ein an sich unscheinbarer Begriff, der im Kontext des Schaffens von Andrea Vogel aber an Dringlichkeit gewinnt. Das verdeutlicht ihre so betitelte Schau anlässlich des Konstanzer Kunstpreises 2022 im Kunstverein. Sowohl bei Performances – etwa den ‹Sculpture Massages› – als auch bei ihren textilen Installationen kommt der Arbeit mit den Händen eine zentrale Rolle zu.
Die Installation ‹Fragile Stabilität› etwa zeigt gehäkelte, gestrickte und geklöppelte Spitzendeckeli, welche mit schwarzem Epoxidharz gehärtet wurden. Diese liebevoll gefertigten Unikate landen oft in Brockenhäusern, werden vergessen und harren dennoch dank solidem Garn der Zeit. Als Skulptur stehen sie nun prekär aneinandergelehnt im Raum, zerbrechlich und gleichzeitig bedrohlich wie Sägeblätter einer Kreissäge. Neben den gezeigten Videoarbeiten fallen zudem vor allem die Gobelinstickereien ins Auge. Andrea Vogel übermalt diese gestickten Nachahmungen klassischer Malerei mit schwarzer Ölfarbe, um jeweils nur die Hände auszusparen. Damit gelingt es ihr, den Kitsch dieser Bilder abzustauben und stattdessen auf die Sorgfalt und Ausdauer von deren Entstehung zu verweisen. Hinter jedem Bild verbergen sich stumme und unbekannte Hände, welchen nun mit ‹Handarbeit› eine späte Würdigung zugestanden wird. 

Bis 
04.12.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Handarbeit — Andrea Vogel 09.10.202204.12.2022 Ausstellung Konstanz
Deutschland
DE
Autor/innen
Andrin Uetz
Künstler/innen
Andrea Vogel

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