Fussball ißt unser Leben

Ingeborg Lüscher · Fusion, 2001, Filmstill, Courtesy Videoart © ProLitteris

Ingeborg Lüscher · Fusion, 2001, Filmstill, Courtesy Videoart © ProLitteris

Hinweis

Fussball ißt unser Leben

Interlaken — Elf rote Trikots hängen im Kunsthaus Interlaken: «S. Bishwakrma Nepal 24 Died in Qatar» steht auf einem, stellvertretend für über 6500 auf den Baustellen der diesjährigen WM getötete Arbeiter:innen. Das Werk des Palästinensers Mohamed Badarne ist mit dem Aktualitätsbezug eher die Ausnahme in der Schau ‹Fussball ißt unser Leben›. Vielen Beiträgen, etwa der Fotografie eines Fussballfelds ‹Zürich I› von Gursky oder den spielenden Figuren von Niki de Saint Phalle, und dem umtriebigen Direktor Heinz Häsler merkt man stärker die Faszination fürs Spiel an. Punktuell werden unschöne Begleiterscheinungen beleuchtet – zum Beispiel in Werner Reiterers Tor-Installation ‹WC/WM›, die als Fotografie präsentiert ist. Andere, wie die Urgewalt der Fans, bleiben aber absent. Eher interessieren Grundelemente des Spiels: Diana Dodson fügt in Zeitschriften-Fotos Fussbälle ein, während Arthur Debert solche aus Videobildern des Finalspiels 1998 tilgt. Auch der Starkult ist in die Jahre gekommen, treten doch die Kicker Chapuisat und Yakin 2001 gegeneinander in Anzügen an und ruinieren diese lustvoll im Video von Ingeborg Lüscher. Kurz: Die Aktualität hätte mehr Potenzial geboten, dennoch findet sich auf begrenztem Platz im Kunsthaus eine kurzweilige Auswahl spannender Werke. 

Bis 
27.11.2022
Ausstellungen/Newsticker Datum Typ Ort Land
Fussball ißt unser Leben 18.09.202227.11.2022 Ausstellung Interlaken
Schweiz
CH
Autor/innen
Adrian Dürrwang
Künstler/innen
Ingeborg Lüscher

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