«Der Mond als Schuh. Zeichnungen der San» im Völkerkundemuseum

!Nanni, 25. Juni 1880, Bleistift auf Papier, 253 x 177 cm; 1. //gue - kleiner Baum mit essbaren Früchten; 2. //gei!ka - Pflanze oder kleiner Strauch mit essbaren Früchten; 3. Baumhöhle, wo sich Regenwasser angesammelt hat; 4. Öffnung derselben; 5. Grashalme, mit denen Wasser aus der Höhle getrunken wird.

!Nanni, 25. Juni 1880, Bleistift auf Papier, 253 x 177 cm; 1. //gue - kleiner Baum mit essbaren Früchten; 2. //gei!ka - Pflanze oder kleiner Strauch mit essbaren Früchten; 3. Baumhöhle, wo sich Regenwasser angesammelt hat; 4. Öffnung derselben; 5. Grashalme, mit denen Wasser aus der Höhle getrunken wird.

Hinweis

«Der Mond als Schuh. Zeichnungen der San» im Völkerkundemuseum

Heute weiss man, dass mehr und mehr Tiere und Pflanzengattungen von der Erdoberfläche verschwinden und dass neben der Natur auch immer Kultur vom Aussterben bedroht ist. Viele Sprachen und damit auch Denk- und Lebensweisen werden verdrängt, woraufhin man versucht, sie wenigstens in Archiven zu retten. Schon Ende des 19. Jahrhunderts waren sich einige weitsichtige Forscher und Forscherinnen der Tragik solcher Prozesse bewusst. Wilhelm Bleek und Lucy Lloyd verdanken wir, dass die Kultur der San oder Buschmänner, der ältesten Bewohner des südlichen Afrika, in Texten und Bildern aufgezeichnet wurde, bevor sie unterging. Die beiden befragten eine Reihe von Informanten, worunter sich auch Kinder und Jugendliche befanden, und füllten mit deren Texten 13000 Notizbuchseiten an. Ausserdem veranlassten sie die San, in Bildern über ihre Heimat und deren Kultur zu berichten. Im Völkerkundemuseum werden nun erstmalig 229 dieser kleinformatigen und wunderbar ausdrucksstarken Zeichnungen und Aquarelle gezeigt. Auf ihnen entwickeln weibliche Strausse, männliche Stachelschweine oder verschiedenste essbare Pflanzen eine so unmittelbare, vitale Präsenz, wie sie in unserem mediatisierten Lebenskontext nicht mehr einhol- und wohl auch nicht mehr darstellbar ist. Ergänzt werden die Zeichnungen der San durch Kommentare von zwei Gegenwartskünstlern: Frédéric Bruly Bouabré von der Elfenbeinküste und Keith Dietrich aus Südafrika.
Mit Katalogbuch im Scheidegger & Spiess Verlag.

Bis 
04.01.2003

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