L'égosystème, La Station im Confort Moderne

ALAPlage · Le Yun Kun Kun, 2006, Foto: Guillaume Chiron, Confort Moderne

ALAPlage · Le Yun Kun Kun, 2006, Foto: Guillaume Chiron, Confort Moderne

Hinweis

L'égosystème, La Station im Confort Moderne

Die Kunst-Sonne scheint vom Mittelmeer bis zum Atlantik: Im August will die erste Art Cannes ernten, was auch das Kino und seine Stars im Süden Frankreichs säen: Interesse an zeitgenössischer Kunst. Vor Ort schaffen Künstler-Vereinigungen schon seit Jahren die Grundlagen. «La Station» realisiert in Nizza in «ausreichend unscharfen» Rahmenbedingungen inzwischen seit 10 Jahren Ausstellungen und Kooperationen. Bis 31.12. werden hier die konkret-konzeptuellen Arbeiten von Ludovic Lignon gezeigt. In Poitiers haben die Mediterraner nun mit der Kunstfabrik «Confort Moderne» eine Gruppenausstellung mit Arbeiten von 36 Künstlern (darunter Fayçal Baghriche, Francis Baudevin, Axel H. Huber, Oliver Imfeld, Olivier Mosset, Christian Robert-Tissot, Didier Rittener) aufgestellt, die sich dem Thema der Abgrenzung zwischen persönlichen Wünschen und den Anforderungen der Gruppe widmet. Dazu gehört ein vom Pflug aufgerissener Kachelboden von David Ancelin oder ein in Leuchtlettern trotzig aufgestelltes «La réalité n'existe pas» von ALaPlage ebenso wie ein poetisch mit einer überlebensgrossen Alice im Wunderland besprühter Vorhang, der zum Eintreten in imaginäre Welten einlädt von Paul Nicolas Ritter. «Confort Moderne» leistet bereits seit 20 Jahren Basisarbeit. Künstler-Residenzen werden durch «L?appart» bereitgestellt, ein kleines Studio, in das Künstler für 6 Monate zum Forschen einziehen können. Forschung in (Gem-)Einsamkeit ist Thema der Kooperativ-Schau in Poitiers: Das Denken mit, durch und in der Kunst soll vor- und weitergeführt werden. Im aktuellen Boom handelbarer Kunst ein Licht- und Ausblick für die unausweichlich kommende Baisse des Kunstmarktbetriebes: Nachhaltigkeit entsteht durch Bearbeiten der Strukturen und Systeme von Kunst, durch Denk- und Entwicklungsarbeit - am Ich ebenso wie am immer unvermeidlichen Wir.

Bis 
16.12.2006

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