Omer Fast im MUMOK Stiftung Ludwig

Omer Fast · The Casting, 2007, Film Still, Foto: Nicholas Trikonis,
© Omer Fast

Omer Fast · The Casting, 2007, Film Still, Foto: Nicholas Trikonis,
© Omer Fast

Hinweis

Omer Fast im MUMOK Stiftung Ludwig

Der israelische Künstler Omer Fast zeigt in der Factory des Museums Moderner Kunst im Rahmen einer Einzelausstellung zwei neue, mehrteilige Videoarbeiten, «The Casting» und «De Grote Boodschap». In «The Casting» wird, wie bereits in älteren Arbeiten Fasts, die Frage nach Erinnerung und der Projektion derselben in einer von Medien überdeterminierten Welt gestellt. Ausgangspunkt ist eine Interviewsituation mit einem Erzähler und einem Zuhörer, die sich erst im Laufe des Gesprächs als ein eigentliches «Casting» erweist, wobei unklar bleibt, wofür eigentlich gecastet wird. Auf einer zweiten Projektionsfläche werden die erzählten Szenen nachgestellt und in einem Versuch, «Erinnerung» zu visualisieren, präsentiert. Omer Fast: «Das Video wurde aus Interviews zusammengestellt, die ich vergangenes Jahr mit einem Sergeant der US-Armee geführt habe, während er auf seinen zweiten Einsatz im Irak wartete. Während mehrerer Tage hat er mir zwei verschiedene Geschichten erzählt, die ich zerteilt und in meiner Arbeit wieder ineinander verflochten habe. Die erste Geschichte spielt in Bayern und handelt von einer Verabredung mit einem Mädchen, das auf Geschwindigkeit steht und sich selbst verstümmelt, um sich zu erinnern. Die zweite Geschichte spielt ausserhalb Bagdads und handelt von einer ferngezündeten Bombe und einem tragischen Irrtum. Diese beiden Geschichten wurden in einem Skript zusammengeführt und von einer Gruppe Schauspieler in einer Serie von starren Tableaux interpretiert.» Omer Fasts Arbeit bewegt sich dabei jenseits einer eng definierten dokumentarischen Praxis, obwohl seine Videos auf authentischem, erzähltem Material basieren. Politische Inhalte verschränken sich mit sehr privaten, die Darstellung von Krieg und Invasion, mit derjenigen von persönlichen Erfahrungen in Liebe und Alltag.

Bis 
19.01.2008

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