«Waoohhh!»

Vincent Kohler · Teufelstein, 2004, Skulptur, 160 x 100 x 120 cm

Vincent Kohler · Teufelstein, 2004, Skulptur, 160 x 100 x 120 cm

Hinweis

«Waoohhh!»

Harald Szeemann, der grosse Schweizer Kurator, sagte einmal: «Ich wollte immer, dass meine Ausstellungen Abenteuer sind.» Eigene Welten sollten sie öffnen. Ganz in diesem Sinne hat Sophie Kaplan, seit Anfang 2007 Direktorin des Crac Alsace, eine international besetzte Ausstellung über das Wunderbare in der zeitgenössischen Kunst eingerichtet, die in faszinierende, zuweilen irritierende Welten führt, der Ratio fern, doch dem Empfinden und oft auch dem Märchen nahe. Die französisch-britische Künstlerin Alice Anderson greift in ihrer Videoarbeit «Bluebeard», 2007, das unheimliche Motiv des König Blaubart auf und webt daraus ein Kammerspiel psychologischer Verstrickungen. Christian Gonzenbach aus Genf zeigt in der Serie «Ordinary Tales», 2006, in Kaninchenfelle gravierte Abenteuer eines Riesenkaninchens, das mal als mümmelnder King Kong, mal als Widersacher des Heiligen Georg erscheint. Augenzwinkernd setzt sich das Wunderbare in der Kunst über Grenzen und gewohnte Erzählweisen hinweg. Fantastisch-humorvoll karikiert der Franzose Pierrick Sorin das Science-Fiction-Motiv der Zeitreise in dem Video «C'etait bien du coulis de tomate», 2005. Wunder, so spricht es aus zahlreichen Arbeiten der Ausstellung, begegnen uns überall dort, wo wir sie zulassen. Nicht wenige Künstler verorten Wunderbares, wo strenge Wissenschaft zu regieren scheint: in der Natur. Vincent Kohler aus Lausanne zeigt mit seinem «Teufelstein» einen künstlichen Felsen, aus dem das Ungreifbare mächtig raucht. Und der Portugiese João Pedro Vale lässt für «Feijoeiro (Beanstalk)», 2004, üppiges Bohnengrün aus Stoff und Draht durch den grössten Saal im Crac ranken, als gelte es, ein ganzes Dornröschenschloss zu umfangen.

Bis 
03.01.2008

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