Ana Torfs

Ana Torfs · Anatomy, 2006, Installationsansicht, Mücsarnok Budapest, 2009

Ana Torfs · Anatomy, 2006, Installationsansicht, Mücsarnok Budapest, 2009

Hinweis

Ana Torfs

Wie wird Geschichte erzählt, und kann sie auch anders formuliert werden als durch scheinbar gesicherte Tatsachen? Welche Wahrheit wird enthüllt, wenn man die Spurensuche wieder aufnimmt und andere Blickwinkel gelten lässt? Im Zentrum der Arbeiten von Ana Torfs (*1963) steht die Entwicklung von hybriden, vielstimmig angelegten Erzählformen. Momente der jüngeren und fernen Vergangenheit (die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, der Prozess gegen Jeanne d'Arc) werden zum Gegenstand multimedialer Displays, die Bild, Ton und Text miteinander verschränken, die diese inszenierten Re-Konstruktionen in ihrer Brüchigkeit und Fragmentiertheit erfahrbar machen. Die Installation "Anatomy" basiert auf den Gerichtsakten des Verfahrens gegen die Luxemburg-Liebknecht-Täter, die auf zwei Monitoren von Schauspielern nüchtern vorgetragen werden. Diesem Ablauf steht mit der Diaprojektion, emotional aufgeladenen Aufnahmen von Agierenden im Anatomischen Theater Berlin, ein stummer Chor gegenüber, der den abwesenden Toten seine Reverenz erweist. Wie meistens in Torfs' Arbeiten bieten auch hier Leerstellen oder Interferenzen zwischen den verschiedenen medialen Spuren den Betrachtenden Raum für die eigene Positionierung und verlangen ihnen diese Teilnahme auch unmittelbar ab.

Bis 
11.12.2010
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Ana Torfs 03.09.201012.12.2010 Ausstellung Wien
Österreich
AT
Autor/innen
Irene Müller
Künstler/innen
Ana Torfs

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