Anita Molinero

Anita Molinero · Prequel, 2012, Ausstellungsansicht

Anita Molinero · Prequel, 2012, Ausstellungsansicht

Anita Molinero · Sans titre, 2012, Ausstellungsansicht Mamco, Genf. Foto: Ilmari Kalkkinen

Anita Molinero · Sans titre, 2012, Ausstellungsansicht Mamco, Genf. Foto: Ilmari Kalkkinen

Hinweis

Anita Molinero

Künstlerbiographien sind Tautologien: Jede Episode nimmt die nächste voraus; eine entsprechend zentrale Bedeutung kommt darin der Beschreibung der Genese des Werks zu. Statt hier den musealen und akademischen Diskurs walten zu lassen, ist ihm die französische Plastikerin Anita Molinero (*1953) nun im Genfer MAMCO mit diebischer Freude zuvor­gekommen.
Geht alles gut, werden in Paris noch diesen Monat die sechs Wartestände an der Porte de La Villette am neuen Tramway T3 eingeweiht, die Molinero auf Vorschlag von Christian Bernard entworfen hat. Diesem urbanen Monument antwortet die Künstlerin in ihrer zweiten Ausstellung in dem von Bernard geleiteten MAMCO mit einer Installation, die in die Zeit zurückführt, in der ihr Werk noch in der Schwebe war. Wie in der Science-Fiction-Welt, der sie den Titel ‹Prequel› entliehen hat, beginnt der flashback mit einem eleusinischen Fund. Glaubt man Molinero, stiess sie vor ein paar Monaten auf alte Skizzen, die sie an Skulpturen erinnerten, die sie damals nicht realisiert hatte. Nur den Inhalt dieser Blätter hat sie indes für uns angerichtet: Zwischen Gestecken aus ausgedientem Hausrat und Folgen von entsorgten Betonträgern finden wir rostige Eisenstäbe, die gewundene Stapel von Fast-Food-Geschirr tragen; hinter abgefackelten Ballungen von Polymeren stossen wir auf luftige Raumzeichnungen aus zerlegtem Spitalmobiliar. So heterogen diese Skulpturen sind, ihnen allen ist eine enorme Dynamik von reiner Form und Farbe eigen. Ob die Künstlerin uns mit ‹Prequel› nun an der Nase herumführt oder eine wahre Geschichte erzählt, die Ausstellung ist allemal ein kräftiges Statement dafür, dass ihr Recycling - anders als etwa in der Arte Povera oder Pop Art - nicht auf einen politischen Kommentar hinausläuft. Man spürt vielmehr, dass hinter der Zuwendung Molineros zu banalen Materialien das Verlangen steht, jederzeit über plastischen Rohstoff zu verfügen - um ihm demiurgisch ihre Vision von Schönheit abzuringen, die jenseits von Sprache liegt.

Bis 
12.01.2013
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Alain Gutharc Frankreich Paris
FRAC Alsace Frankreich Sélestat
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Anita Molinero 18.10.201210.12.2012 Ausstellung Paris
Frankreich
FR
Anita Molinero 10.11.200931.01.2010 Ausstellung Sélestat
Frankreich
FR
Autor/innen
Katharina Holderegger Rossier
Künstler/innen
Anita Molinero

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