Geschlossene Gesellschaft

Matthias Leupold, Im Kino/Teil II, Berlin 1983
© ProLitteris

Matthias Leupold, Im Kino/Teil II, Berlin 1983
© ProLitteris

Hinweis

Geschlossene Gesellschaft

Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-1989: Mit einem Abstand von zwei Jahrzehnten versucht das Kuratorenteam um Ulrich Domröse, Traditionslinien und fotogra­fische Strömungen herauszuarbeiten sowie Ver­änderungen in Bildsprache und Themen sichtbar zu machen. Eingeteilt in drei Kapitel, werden 250 Fotoarbeiten von 34 Autor/innen vorgestellt. Sie spiegeln allesamt die soziale Realität der DDR wider. Sei es, dass sie, wie im ersten Kapitel, eher abbildend sind - darunter fotografische Positionen wie die von Arno Fischer oder Sibylle Bergemann; sei es, wie in einem weiteren Kapitel, dass sie die Tradition der Moderne aufgreifen. Subjektive und experimentelle Ausdrucksformen waren staatlicherseits (Stichwort: Formalismusdebatte) allerdings jahrelang tabu. Überhaupt hat man, wie Evelyn Richter es ausdrückt, viel «für die Kiste» produziert. Das dritte Kapitel widmet sich der Selbst- und Medienreflexion. Misstrauen gegenüber der Realität und Desillusionierung führen zu einer Beschäftigung mit dem Körper und der eigenen Wahrnehmung. Einen Höhepunkt bildet die fotografische Installation von Jörg Knöfel (1962-2011): ‹Schlachthaus›, 1986/88, ist ein Labyrinth aus Zinkblech, das die Kälte eines industrialisierten Tötens zur Chiffre einer in Auflösung befindlichen Gesellschaft macht.

Bis 
27.01.2013
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Künstlerische Fotografie in der DDR 1949-89 05.10.201228.01.2013 Ausstellung Berlin
Deutschland
DE
Autor/innen
Miriam Wiesel

Werbung