Thomas Scheibitz

Thomas Scheibitz · One-Time Pad, 2012, ­Ausstellungsansicht. Foto: Axel Schneider
© ProLitteris

Thomas Scheibitz · One-Time Pad, 2012, ­Ausstellungsansicht. Foto: Axel Schneider
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Thomas Scheibitz · Charles Christadovo, 2010 © ProLitteris

Thomas Scheibitz · Charles Christadovo, 2010 © ProLitteris

Hinweis

Thomas Scheibitz

Durch die umfassende Einzelpräsentation, die derzeit das Museum für Moderne Kunst für Thomas Scheibitz (*1968, Radeberg) eingerichtet hat, bewegt man sich und wird dabei leicht wehmütig: Hier wirkt alles wie ein klassisches Museum für Skulptur- und Bildgeschichte. Alles, was schon einmal eine Form gewesen ist, scheint Scheibitz wichtig. Er bannt diese Gebilde in seinen Gemälden oder macht sie zu Grundlagen der Skulpturen. Meist arbeitet der in Berlin lebende Künstler an mehreren Werken gleichzeitig, überzieht die Gemälde mit Farbschichten, setzt dunkle Konturen, die das Bild sowohl in Balance als auch in Bewegung bringen, malt oft typografische Elemente oder räumliche Illusionen und setzt seine rätselhaften Gegenstände und Formen ein. Warum er uns hier in einem eigenen Raum seine Ausgangsgegenstände, die er Sekundärmaterial nennt, offenlegt, wird nicht klar und bleibt im Grunde überflüssig. Allzu didaktisch führt er uns die in Vitrinen geordneten Gegenstände oder zu Wänden montierten Bildquellen vor Augen. Da macht schon der Raum daneben, in dem er nahezu sein gesamtes Skulpturen-Repertoire angesammelt hat, mehr Sinn: Auf Sockeln recht dicht stehen seltsame Erfindungen beieinander. Ein ganzer Park aus Skulpturen ist entstanden, die wie vergessene Prototypen einer nunmehr überwundenen Kunstgeschichte wirken.
Am glücklichsten ist der Maler dann, wenn er am «Rande einer Erfindung» steht, sagte Thomas Scheibitz in einem Interview mit Isabelle Graw. Ein Plexiglaskasten ist solch eine Beinahe-Erfindung oder ein baumartiges Objekt und die Fragment-Architekturen oder die unleserlichen Typografien in den Gemälden. Und so sehr wie Scheibitz immer am Rande einer Erfindung stehen muss, um als Schöpfer sein Künstlerglück zu spüren, so sehr muss das Publikum am Rande einer Erinnerung stehen, soll ahnen, dass da was einander ähnlich war, darf aber nie genau die Herkunft dieser gefühlten Impulse wissen, um sich in einem merkwürdig künstlichen und irgendwie auch paradiesischen Zustand der reinen Anschauung zu bewegen.

Bis 
12.01.2013
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Thomas Scheibitz 29.09.201213.01.2013 Ausstellung Frankfurt/M
Deutschland
DE
Künstler/innen
Thomas Scheibitz
Autor/innen
Grit Weber

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