Latifa Echakhch

Latifa Echakhch · L'air du temps, 2013, Courtesy Dvir/kaufmann repetto/kamel mennour/Eva Presenhuber. Foto: Fabrice Seixas

Latifa Echakhch · L'air du temps, 2013, Courtesy Dvir/kaufmann repetto/kamel mennour/Eva Presenhuber. Foto: Fabrice Seixas

Hinweis

Latifa Echakhch

Es ist ein schwieriger Raum. Die Decke zu hoch, voll bunter Röhren, der Saal zu lang. Wer im espace 315 ausstellt, tut das nicht aus inhaltlichen Gründen, er wurde ausgelobt für den Prix Marcel Duchamp: 1. weil er als preiswürdig erachtet wird, 2. etwas zu sagen hat, 3. nun Teil der jüngeren französischen Kunstgeschichte ist. Das lastet. Die entsprechenden Inszenierungen gelingen mal mehr, mal weniger. Meist schwächeln sie, wenn die Künstler/innen zu resümieren versuchen, was doch noch in vollem Gange ist. Latifa Echakhch geht es nicht anders. Doch sie packt den Stier bei den Hörnern, führt mit einer Theaterinszenierung den Schaucharakter des Ganzen vor. Von der Decke hängen aufgemalte Wolken wie das Dekor im barocken Maschinentheater. Der Ausstellungssaal wird Bühne, in deren Tiefe man versteckte Dinge findet. Nippes oder Persönliches, in Tusche getaucht, von Vergänglichkeit angehaucht. Das zitiert Vanitas und Augenpulver, Schein und Schauer. Da die Titel nur im Eingang zu sehen sind, müssen wir sie memorieren, den Werken zuordnen - auch im Barock war der Rebus beliebt. Bei all den Anspielungen gelangt Echakhch, deren Werk sich zunehmend zu Fragen der Inszenierung von Erinnerung entwickelt, nicht auf ihre gewohnte Höhe. Auch sie entgeht dem Preisschau-Charakter nicht. Und so ist das erstarrte Wolkenfeld in Bodennähe, was es vielleicht nur sein kann: selbstreferenzielle Fussnote.

Bis 
25.01.2015
Ausstellungen/Newstickerabsteigend sortieren Datum Typ Ort Land
Latifa Echakhch 08.10.201426.01.2015 Ausstellung Paris
Frankreich
FR
Künstler/innen
Latifa Echakhch
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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