antiAtlas Journal

antiAtlas Journal & Thierry Fournier, 2018 © ProLitteris

antiAtlas Journal & Thierry Fournier, 2018 © ProLitteris

Hinweis

antiAtlas Journal

Paris — Viele bildschirmgestützte Magazine arbeiten sich an der Imitation des papiernen Vorbilds ab. Anders antiAtlas Journal. Die Form des jährlich in französischer und englischer Sprache erscheinenden Magazins ist Programm: Geht es doch um Grenzen und den Versuch, Terrains so zu betreten, dass zugrunde liegende kartografierte Machtstrukturen unterlaufen werden. Entwickelt wurde das Journal von der Geografin Anne-Laure Amilhat Szary, dem Philosophen Jean Cristofol und dem Politikanthropologen Cédric Parizot. Die vom Künstler Thierry Fournier gelieferten Texte und Bilder sind wie auf einer grossen Decke verteilt und werden bei der Lektüre verschoben. Das ist noch nicht die Aufhebung des Fensters als hegemonialer Blick auf die Welt, aber es verändert das Lesevermögen. Statt sukzessive linear lassen sich je nach «Wanderung» Inhalte mit unterschiedlichen Sinnhorizonten erkunden. So durchwandert man bspw. mal einige Zeit ein Bild, bevor ein neuer Textabschnitt erreicht wird. Zugleich wird man nicht Opfer verspielter Medienexperimente: Durch klugen Aufbau ist auch das «normale» fortgesetzte Lesen eines Textes möglich. Die zweite Nummer untersucht, wie man Grenzen hörbar machen oder verflüssigen – oder zwischen «schlafender» und «aktiver» Fiktion navigieren kann. Die Forschungsarbeit des Netzwerks wird auf einer eigenen Website dokumentiert. 

Künstler/innen
Thierry Fournier
Autor/innen
J. Emil Sennewald

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