Sammlungspräsentation — Rhythmus, Reihe, Repetition

Luigi Archetti · Noten 1988–1989, 78-teilige Installation, Gipsplaketten, Holzkonsolen, je 24,5 x 32,5 x 2 cm. Foto: Brigitt Lattmann

Luigi Archetti · Noten 1988–1989, 78-teilige Installation, Gipsplaketten, Holzkonsolen, je 24,5 x 32,5 x 2 cm. Foto: Brigitt Lattmann

Adrian Schiess · Zürich, 9.12.2010. Einzelbild aus 24-teiliger Aquarellserie, 18 x 25,7 cm © ProLitteris. Foto: Philipp Hitz, SIK-ISEA

Adrian Schiess · Zürich, 9.12.2010. Einzelbild aus 24-teiliger Aquarellserie, 18 x 25,7 cm © ProLitteris. Foto: Philipp Hitz, SIK-ISEA

Besprechung

Bereits zum vierten Mal ist im Kunstzeughaus eine thematisch strukturierte Sammlungspräsentation zu sehen. Diesmal stehen Kompositionen mit repetitivem Formeninventar und variationsreichen Anordnungen im Mittelpunkt. Sie widerspiegeln das Bedürfnis nach Fülle des Sammlers Peter Bosshard.

Sammlungspräsentation — Rhythmus, Reihe, Repetition

Rapperswil-Jona — Mit einer grösseren Anzahl von Werken, gleichsam einer Sonderschau in der Ausstellung, ist Carlos Matter (*1951) vertreten, der seine wandfüllenden Installationen mit 30 x 40 cm grossen Bildtafeln als ‹Apotheken› bezeichnet,  erinnern sie doch in ihrer seriellen Anordnung an die hölzernen Schubladen einer traditionellen Apotheke. In dieser bis heute andauernden Werkfolge bearbeitet Matter unterschiedliche Materialien, Platten aus Holz, Glas, Gips und Keramik, indem er sie durch Fräsen, Sägen, Bohren, aber auch durch den Auftrag von Farbe und Stempeldruck verändert und mittels Kerbungen und Erhebungen etwas Neues daraus entstehen lässt. Eingebettet sind die Wandarbeiten von Carlos Matter in einen Rundgang mit Werken von 25 Künstlerinnen und Künstlern aus den Jahren 1984 bis 2009. Repetitiv wie obsessiv präsentieren sich die Collagen und Zeichnungen von Paul Stöckli (1906–1991). Mit Tusche und Deckfarbe auf Zeitungspapier gemalt, verfliessen die abstrakten und figurativen Zeichnungen zu einem rhythmischen Zusammenspiel. In schmalen, jeweils an einem Tag gestalteten Streifen formen diese ‹Tagebuchblätter› ein poetisches Ganzes. Ebenfalls mit Reihung setzt sich Alex Hanimann (*1955) auseinander, indem er Pferdefotografien aus Büchern und Zeitschriften in Öl nachmalt. Das Pferd wird als Kaufobjekt in einer stets ähnlichen Pose vorgeführt; gleichzeitig stellt der Künstler die Frage nach den Repräsentationsaufgaben der Malerei. Von Ueli Berger (1937–2008), einem sogenannten Langläufer in der Sammlung, ist die 27-teilige Serie ‹Twins› zu sehen, welche die Wahrnehmungsgewohnheiten der Besucher/innen hinterfragt. 27 Objektpaare, die zunächst identisch erscheinen,  zeigen in ihrer Materialität deutliche Unterschiede und hinterfragen den Wert von Original und Kopie. In seiner ausufernden Wandinstallation ‹Noten› versucht Luigi Archetti (*1955) die Eigenschaften von Tönen auf Bilder zu übertragen. Die bemalten Gipsplaketten scheinen einen strengen, gleichförmigen Takt vorzugeben. Eher ironisch verspielt präsentiert sich dagegen der Blick in Judit Villigers (*1966) ‹Höllentrichter› mit seiner magisch beleuchteten, aus Karton, Papier und Spiegeln geformten Unterwelt. Ganz dem Malerischen verpflichtet ist Adrian Schiess’ (*1959) vielteilige Serie von kleinformatigen, akkurat datierten Aquarellen, die mit ihren ineinanderfliessenden Farben als innere Bilder die jeweilige Stimmung des Tages festhalten.

→ ‹Rhythmus, Reihe, Repetition. Werke aus der Sammlung›, Kunstzeughaus Rapperswil-Jona, bis Herbst 2019 

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Kunst(Zeug)Haus Schweiz Rapperswil-Jona
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RHYTHMUS, REIHE, REPETITION 14.10.201830.09.2019 Ausstellung Rapperswil-Jona
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