Guido Baselgia

Guido Baselgia · Ceibo I, 2018

Guido Baselgia · Ceibo I, 2018

Hinweis

Guido Baselgia

Winterthur — Wir kartografieren die Welt, fotografieren sie, schaffen Bilder, an denen wir uns orientieren können. Doch bloss weil wir in der Lage sind, selbst die entferntesten Orte festzuhalten, bedeutet es noch lange nicht, dass sie uns gehören. An dieser Stelle knüpft Guido Baselgia an. In seinem neuen Werkzyklus ‹Als ob die Welt zu vermessen wäre›, der über mehrere Wochen in Ecuador und Peru entstand, führt er uns die Üppigkeit des Regenwaldes vor Augen – und wie diese die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens sprengt. Unser Blick wandert durch tropische Landschaften, vorbei an exotischen Pflanzen, hinein in die dunstige Ferne, wo er dann orientierungslos umherirrt. Fast schützend liegt der Nebel über der Natur, als ob er sie vor fremden Blicken und voreiligen Schlüssen behüten wolle. Eine Unnahbarkeit, die sich auch in den Porträtfotografien von Baselgia wiederfinden lässt. Er ­porträtierte die indigenen Völker der Waorani und der Secoya, verzichtete dabei auf starke Kontraste, wodurch ein dunkler Schleier über den Gesichtern zu liegen scheint, der ihre Integrität bewahrt. Die Schwarz-Weiss-Fotografien von Guido Baselgia wirken beinahe abstrakt: Er zeichnet keine klare Grenze zwischen Bäumen und deren Spiegelung im Wasser, zwischen Himmel und Erde, die fast nahtlos ineinander übergehen. Baselgia lässt uns die dargestellten Landschaften nie vollständig erfassen – und somit auch nicht vereinnahmen. 

Bis 
16.02.2020

Werbung