SBB CFF FFS

Atelier Spalinger, Fahrgastinformationssystem, 1992, im Hauptbahnhof Zürich, Architektur der Infopunkte und des Uhrturms: Trix und Robert Haussmann, 1990. Foto: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, 2014

Atelier Spalinger, Fahrgastinformationssystem, 1992, im Hauptbahnhof Zürich, Architektur der Infopunkte und des Uhrturms: Trix und Robert Haussmann, 1990. Foto: Museum für Gestaltung Zürich / ZHdK, 2014

SBB CFF FFS, Ausstellungsansicht Museum für Gestaltung, 2019, Courtesy ZHdK

SBB CFF FFS, Ausstellungsansicht Museum für Gestaltung, 2019, Courtesy ZHdK

Hinweis

SBB CFF FFS

Zürich — «Weisch no …» dürfte wahrscheinlich manchen Besuchern unwillkürlich über die Lippen kommen, wenn im Museum für Gestaltung an der Ausstellungsstrasse die thematisch gegliederte Werkschau zu Design, Architektur und visueller Kommunikation der SBB durchstreift wird. Vieles ist noch gar nicht so lange her, wie beispielsweise die während der Bauzeit des unterirdischen Bahnhofs Löwenstrasse eingerichteten und entsprechend beschrifteten Gleise 51–54 im Zürcher Hauptbahnhof. Die Tafeln unter dem Perrondach wie auch alle anderen Informationselemente wurden durch Müller-Brockmann + Co. 1980 entwickelt. Teil davon ist die speziell korrigierte, für weisse Zeichen auf dunkelblauem Hintergrund angepasste Helvetica. Das Thema Industriedesign führt von den Holzbänken der ehemaligen 3. Klasse über die grässlichen Sitzbezüge der Einheitswagen IV bis zum modernen ‹Giruno› von Stadler. Eine Zeitkapsel ist die leider nicht bediente Bar des einstigen Flaggschiffs TEE, die nun etwas leblos Zeugnis einer vergangenen Epoche bleibt. Eine Ikone ist die 1944 gestaltete und 1952 überarbeitete Bahnhofsuhr von Hans Hilfiker mit der roten Kelle als Sekundenzähler und der Kunstpause, bevor der Minutenzeiger weiterspringt. Auch gezeigt wird die Entwicklung der Uniformen von den steifen Hüten über die elegante SSG-Stewardess zu den heutigen Ensembles. Architektur spielt für die Bahn eine grosse Rolle und umfasst sowohl genormte Dienstbauten wie auch architektonisch herausragende Bahnhöfe. Markant ist sicher der an einen Kontrollturm gemahnende Betonquader des Zentralstellwerks Zürich von Max Koch. Die Kontroverse um das Grossprojekt HB Südwest wird ebenfalls beleuchtet. 1982 führten die SBB als Pionierleistung den Taktfahrplan ein, für den Young Rubicam Plakate entwarf. In Erinnerung bleiben dürfte auch das Plakat ‹Der Kluge reist im Zuge› von Werner Belmont und Hans Thöni aus dem Jahr 1958. Selbst James Bond (Sir Roger Moore) wurde für Werbezwecke eingespannt und stellte sich in den kurzen Filmen mit «Mein Name ist Abo. Halbtax Abo.» vor. Interessant ist in diesem Zusammenhang ein GA aus dem Jahr 1916, das für «umstehend bezeichnete Eisenbahnen und Dampfboot­unternehmungen» 565 Franken kostete. Nicht mehr vorhanden ist das einst «amtliche» Kursbuch, das 2016 letztmals gedruckt wurde. Im Shop liegen dafür das Designhandbuch SBB und die gesammelten ‹Pendlerkolumnen› von Katja Walder auf, bis 2018 im ‹Blick am Abend› unverzichtbarer Teil des öffentlichen Feierabends.

Bis 
05.01.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
SBB CFF FFS 03.08.201905.01.2020 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Thomas Schlup

Werbung