Susanne Keller

Susanne Keller · Light II, 2013, 130 x 110 cm

Susanne Keller · Light II, 2013, 130 x 110 cm

Hinweis

Susanne Keller

Zürich — Der dreistöckige ehemalige Spielsalon ‹Frosch› in der Zürcher Altstadt dient Susanne Keller (*1954) nicht nur als Arbeitsort, sondern auch als Lebensraum. Sofa und Ledersessel laden zum Verweilen ein, das Licht ist gedämmt und Vorhänge schützen vor den Blicken der Passanten. Im hintersten Teil des Raums steht die Staffelei, hier malt sie. Auf dem Fensterbrett stecken Pinsel in Glasbehältern und unter dem Tisch stapeln sich Farb­eimer. Keller schafft ihre Bilder aus der Anschauung der Welt, aus einer Zoom-Bewegung, vom ganz Grossen ins Kleine, vom Baum zum Stein zum Moos oder umgekehrt – immer in Verbindung zu etwas Natürlichem. Sie schichtet die Farbe, malt mal dickflüssig, mal lasierend und setzt sich so mit der Materialität der Farbe auseinander. «Ich kann über Monate an einem Bild malen. Ich vergleiche das Malen gerne mit der Arbeit eines Handwerkers: Das Wichtigste ist eine gute Basis. Ich grundiere und grundiere, die Leinwand bewegt sich, reagiert auf die Farbe, das Wasser, die Luft im Raum, meine Bewegungen.» Die Künstlerin tritt in den Dialog mit den Bildern, fragt sich, was diese auslösen, welche Spannung entsteht: «Ich möchte bei meinen Bildern den Moment erleben, in dem ich davorstehe und denke: Ah, dich kenne ich ja gar nicht, du bist etwas Neues! Ein gutes Bild emanzipiert sich, es ist nicht ganz fassbar, selbst für mich, die es gemalt hat.»

Bis 
23.12.2019

Noemie Hermann, im Rahmen von MA Kulturpublizistik, ZHdK, 2019 → Froschaugasse 5, 22./23.12., 13–16 Uhr

Autor/innen
Noemi Hermann
Künstler/innen
Susanne Keller

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