Ernesto Neto in der Kunsthalle

Hinweis

Ernesto Neto in der Kunsthalle

An der letzten Biennale von Venedig hatte Ernesto Neto (*1964) als Vertreter Brasiliens einen ganzen Raum mit einem rosafarbenen Gewebe gefüllt. Nachdem man sich seiner Schuhe, entledigt hatte, konnte man die schwankende und doch Halt gebende, sich in Gänge und Lagerstätten verästelnde Behausung betreten. Ernesto Neto baut Plastiken aus Strumpf. Sie funktionieren als visuelle Objekte, doch kann man sie auch berühren und betreten, und oft strömen sie zudem intensive Gerüche aus. Sie sind organisch und weich und zugleich ganz präzis konstruiert. Sie kippen auch ins Kitschige und erotisch Geladene um, evozieren eine Fülle von Assoziationen. Für den Oberlichtsaal der Kunsthalle hat Neto seine Vision des Paradies inszeniert. Grüne und rote Stoffe filtern die von oben einfallende Helligkeit und verleihen der Plastik eine annähernd mystisch anmutende Wirkung. Im Nebenraum erzählt der Künstler in einem kleinen feinen Zeichnungszyklus die Abenteuer des «little Nemo». Auf der Höhe von Kinderaugen zieht sich die Geschichte des wackeren Hel-den, der gegen Verzahnung und Vereinnamung durch zackige Kontrahenten anmarschiert über die Wände eines ökonomisch bepflanzten und doch zauberhaft duftenden Gewürzgartens. Mit Katalog.
Bis 10.3.

Künstler/innen
Ernesto Neto

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