GewaltBilder im Museum Bellerive

Christoph Draeger · Feel Lucky Punk??!, 1997/1998, Videoinstallation

Christoph Draeger · Feel Lucky Punk??!, 1997/1998, Videoinstallation

Hinweis

GewaltBilder im Museum Bellerive

Seit den Terroranschlägen vom 11. September wird überall über Gewalt nachgedacht. Im Kunstsektor wird sie in Fachmedien und Diskussionsrunden thematisiert und taucht mit etwas Verspätung nun auch in Ausstellungsprojekten auf. Während die ersten Reaktionen vor allem auf den Terrorismus und seine Folgen referierten, sind die Ausstellungen thematisch weiter gespannt. Das Bellerive stellt Formen und Wirkungsweisen von Gewaltdarstellungen ins Zentrum. Christoph Draeger (*1965 in Zürich) beispielsweise beschäftigt sich seit den frühen neun-ziger Jahren mit dem zwiespältigen Faszinosum von Katastrophen. Weltweit sucht er Orte des Schreckens auf und hält sie dokumentarisch fest. Teilweise lässt er Laienschauspieler einschlägige Filmsequenzen nachspielen, wodurch sich eine seltsame Mischung zwischen dem Charme des improvisierten Remake und der Originalsequenz ergibt. Das Publikum findet sich einem Wechselbad von Amusement und Schauder ausgesetzt. Ganz anders stellt Paul Seawright (*1965 in Belfast) Gewalt dar. Anhand von Zeitungsberichten macht er Orte in Nordirland ausfindig, an denen in den frühen siebziger Jahren Verbrechen begangen wurden. Mittels eindringlicher Licht- und Farbdramaturgie, der Wahl des Bildausschnitts und des Kamerawinkels lädt er diese Schauplätze spektakulär auf. Weitere Teilnehmende sind: Breda Beban, Lucinda Devlin, Elise Gagnebin, Alexandre Périgot, Eric Potempa, Yves Trémorin. Am 13. (Kunst), 20. (Literatur und Film) und 27. (Philosophie und Psychologie) März findet ein dreiteiliges Symposium zum Thema «Gewalt und Ästhetik» statt (jeweils 19 bis 21.30 Uhr). Im Musée de design et d’arts appliqués contemporains in Lausanne wird die andere Seite des Umgangs mit Gewalt gezeigt, der Versuch, sie verschwinden zu lassen. Beide Ausstellungen bis 19.5. Im «bonustrac. Galerie/Museum Baviera» sind bis zum 19.3. Arbeiten von Silvio R. Baviera zum Thema Gewalt zu sehen.

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