Perlenarbeiten aus Südafrika im Völkerkundemuseum

Kinder des königlichen Clans, Foto: Alfred M. Duggan-Cronin, 1935

Kinder des königlichen Clans, Foto: Alfred M. Duggan-Cronin, 1935

Hinweis

Perlenarbeiten aus Südafrika im Völkerkundemuseum

In Xhosa-Sprache heisst Iintsimbi «Perlen». Sie wurden in Murano später auch in Böhmen hergestellt und seit dem frühen 16. Jahrhundert nach Afrika geschifft. Dort waren sie äusserst begehrt, man tauschte sie gegen Elfenbein, Wildtierfelle und Vieh ein, um wunderbare Perlenarbeiten herzustellen, die viel mehr umfassen als unser herkömmliches Verständnis von Schmuck. Handelte es sich doch zugleich um eine Sprache, die den Körper mit Zeichen besetzte. Halsketten, manchmal als Liebesbrief daherkommend, Arm- und Beinreifen, Zierkragen, Brautschleppen, Kinderschürzen oder lange Schürzen für verheiratete Frauen - auf der auch die Geschichte von einer «unordentlichen Frau» und kleine Geschenke Platz hatten -, Hemden, Röcke, Hochzeits- und Pubertätsgürtel, Knöchelbänder, Beutel und viele andere Dinge entstanden. Sie erzählen von einer üppigen freudigen Körperlichkeit. Das Völkerkundemuseum erwarb 1978 von der Südafrikanerin Margaret Holdsworth eine wichtige Sammlung südafrikanischer Glasperlenarbeiten, die nun erstmals öffentlich gezeigt werden. In den Kulturen der bantusprachigen Völker Südafrikas nahmen sie mit ihrer farbenprächtigen geometrisch-abstrakten Bildsprache den gleichen Stellenwert ein, der in andern traditionellen afrikanischen Kulturen den Werken der Schnitzkunst zugesprochen wurde. Ohne Zweifel können sich diese Perlenarbeiten, eine übrigens ausschliesslich von Frauen praktizierte Kunst, in ihrer kraftvollen Schönheit mit den afrikanischen Holzskulpturen messen. Die Ausstellung zeigt die kleinen und grösseren Schätze ausgelegt in Vitrinen, drumherum ist ein Kranz von Fotos gehängt, auf denen sich die Träger und Trägerinnen tummeln.

Bis 
19.05.2005

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