Vittorio Santoro und Anna Amadio im Kunstmuseum

Anna Amadio · Ausstellungsansicht Kunstmuseum Thun, 2006, Foto: David Aebi

Anna Amadio · Ausstellungsansicht Kunstmuseum Thun, 2006, Foto: David Aebi

Hinweis

Vittorio Santoro und Anna Amadio im Kunstmuseum

Mit Anna Amadio (*1963) und Vittorio Santoro (*1962) zeigt das Kunstmuseum Thun die beiden letzten Preisträger der Eidgenössischen Atelierstipendien in New York und Berlin, die 2005 Sparmassnahmen des Bundes zum Opfer fielen. Amadio, die bereits letzten Sommer im Kunstverein Freiburg/B eine von New Yorker Architektur inspirierte Installation gezeigt hat, betritt mit ihrer neuen Vakuumskulptur "Lips Inc", 2006, urbane Innenräume. Acht Arbeitskojen, von vielfarbigen PVC-Folien eng umspannt, bilden eine unwirkliche, assoziationsreiche Raum-Landschaft. In der Grundform identisch, zeigen die Bürokojen unter Folie, die mit einer Pumpe luftdicht angesaugt wird, kleine Abweichungen im Detail: mal ein PC, mal zwei, hier ein Bilderrahmen, dort ein Tennisschläger. Spuren möglicher Bürobenutzer und ihrer Persönlichkeit, die von der Folie betont aber auch anonymisiert werden, so entsteht eine erdrückend unpersönliche Arbeitslandschaft. Arbeitet Amadio mit Luft, bspw. Luftleere und daraus resultierendem Druck, so balanciert Vittorio Santoro Worte und Bedeutungen. Eine Neonschrift auf dem Dach des Museumsgebäudes grüsst von weitem: "AN/ÄSTHESIE" ist über Eck geschrieben. Verschwindet das Präfix hinter der Ecke, wird aus der Empfindungslosigkeit die Ästhesie, das Empfindungsvermögen auch im psychischen Sinne. Im Museum findet die Arbeit eine Fortsetzung in Kinderstimmen die aus Lautsprechern fragen: "What proves you are not here?" während eine Neonschrift fragt: "What proves you are here?"

Bis 
18.03.2006

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