drapeaux gris im capc

John Armleder · sculpture d'ameublement (no. 232), 1999, vor Allen Ruppersberg · Chérie j'ai réarrangé la collection pendant que tu étais partie (Masques), 1971-1999

John Armleder · sculpture d'ameublement (no. 232), 1999, vor Allen Ruppersberg · Chérie j'ai réarrangé la collection pendant que tu étais partie (Masques), 1971-1999

Hinweis

drapeaux gris im capc

Interieur ist in. Vom «Kunstraum/Wohnraum» des Isländers Hlynur Hallsson über Mario Salas «appartement»-Ausstellung bei Erika und Otto Friedrich in Basel, 2006, bis zum Zürcher «Röntgenraum», 1999-2003: die nouvelle domesticité dominiert die Diskurse. In Bordeaux haben nun die Kuratoren Anthony Huberman und Paul Pfeiffer das ehemalige Warenlager capc zum Wohnzimmer gewandelt. Eingeladen hat sie dazu die 32-jährige neue Direktorin des capc, Charlotte Laubard: «Ich gehöre zu einer Generation, die weniger egomanisch ist, ich will das Haus öffnen, vielen Kuratoren Raum geben.» Ideenreich freilich ist «drapeaux gris» nicht. Es fehlt absichtlich ein kohärentes Konzept, Titel und Pressetext sind selbst ein Werk von Seth Price, grey flags, 2005. Die Ausstellung wurde bereits im New Yorker Sculpture Center gezeigt. Curating goes Ikea: Im ironischen Wohnambiente mögen Helen Chadwicks «Pissblumen» als popartige Beistelltische fungieren, John Armleders geschrumpfte Möbelskulptur Nr. 234 als Sofa und Allen Ruppersbergs «Liebling, ich habe die Sammlung umgehängt, während du weg warst (Masken)» als Bilderwand. Eine Fernseh-Ecke gibt es auch: Dort verfolgt man die Schritte der Flaneure im Video von Walid Raad/The Atlas Group, «J'espère seulement que je pourrais pleurer, Opérateur #17» oder das Phänomen der grünen Strahlen in Tacita Deans Sonnenuntergängen, Le rayon vert. Ein steriles Wohnambiente, das am besten vielleicht ohne Besucher funktioniert, wie es das grosse Neon-«Strike» der Gruppe Claire Fontaine nahe legt. Es leuchtet nur, wenn keiner im Saal ist.

Bis 
17.03.2007

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