Andrea Wolfensberger

Andrea Wolfensberger · o. T., 2008, 9-teilig, je 70 x 87,5 cm, Öl auf Aluminium

Andrea Wolfensberger · o. T., 2008, 9-teilig, je 70 x 87,5 cm, Öl auf Aluminium

Hinweis

Andrea Wolfensberger

Gewollt oder ungewollt wird man im Galerieraum von eindringlich dreinblickenden, schwarzen Augenpaaren angestarrt. Sie gehören jungen Afrikanern, denen Angst ins Gesicht geschrieben steht. Es scheint sich um Bootsflüchtlinge zu handeln; eine Annahme, die sich insofern aufdrängt, als an der gegenüberliegenden Wand Inkjetprints von dunkeln, bewegten Meereswellen hängen. Dank dieser Inszenierung ist das Ausgesetztsein, die Verlorenheit dieser Menschen fast körperlich spürbar. Als Vorlage der Porträts diente Andrea Wolfensberger (*1961, Zürich) ein Pressebild von 2001, das die Ankunft von afrikanischen Flüchtlingen in einem kleinen Boot vor der spanischen Küste zeigte. Die Gesichter und Hände hat sie isoliert, Punkt für Punkt in Malerei übersetzt - analog zum Druckraster der Zeitung - und auf neun einzelne Aluminiumplatten übertragen. Dadurch wird das Unmittelbare des Bildes in einen zeitlichen Ablauf gestellt. Wolfensbergers Anliegen ist primär medienspezifischer Art, wobei sie die menschliche Wahrnehmung stets ins Visier nimmt. Ein Bravourstück sind die Filmstills von Wellen aus der Perspektive der mit einer Handkamera ausgerüsteten, im Meer schwimmenden Künstlerin. Aus diesem Basismaterial extrahierte und überarbeitete Wolfensberger bildliche Sequenzen und erreichte eine derartige Verfremdung, dass das Wasser als dickflüssige, bedrohliche Masse in Erscheinung tritt.

Bis 
13.03.2009
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Bob Gysin Schweiz Zürich
Autor/innen
Dominique von Burg
Künstler/innen
Andrea Wolfensberger

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