Conrad J. Godly, «TeDeum»

Conrad J. Godly · Zwischen Himmel und Erde, Ohne Titel, Nr. 34, 2008, Öl auf Leinen/Baumwolle, 70 x 50 cm. Courtesy Galerie Luciano Fasciati

Conrad J. Godly · Zwischen Himmel und Erde, Ohne Titel, Nr. 34, 2008, Öl auf Leinen/Baumwolle, 70 x 50 cm. Courtesy Galerie Luciano Fasciati

Besprechung

Kann es in der Landschaftsmalerei noch Neues geben? Der Bündner Künstler Conrad J. Godly (*1962) tritt den Beweis an. Mit nichts als Leinwand und sehr viel Farbe entwirft er Stimmungen aus Himmel und Bergen, die einem den Atem stocken lassen. Ganz neue Arbeiten sind jetzt in Chur zu sehen.

Conrad J. Godly, «TeDeum»

Nach jahrelangem erfolgreichem Wirken als Fotograf wandte sich Godly erst 2005 wieder ganz der Malerei zu und betreibt diese nun ausschliesslich und mit leidenschaftlicher Intensität. Er versteht seine Arbeit als «grosse Hommage an die Natur». Weit entfernt vom Bestreben, diese in Abbildungen festzuhalten, versucht er, ihre Gesetzmässigkeiten bis hin zur Auflösung darzustellen. Er reduziert das, was er sieht, zu einem Konzentrat dessen, was er dabei fühlt. Godly malt nicht vor Ort im Anblick seiner Sujets. Sein grosses, helles Atelier ist der Tatort, an dem er in höchster Konzentration, in beeindruckendem Tempo und unter mächtigem körperlichem Einsatz oftmals geradezu monumentale Leinwände bearbeitet.
Er bewegt sich dabei vom durchsichtigen Hintergrund zum dramatischen Vordergrund, von einer diffusen Himmelsferne zum lebhaften Bildgeschehen, packt mit beiden Händen den schweren überdimensional breiten Pinsel und baut, reliefartig, in tiefem Schwarz seine Bergmassive. Monochrom nennt er seine Bilder, auch wenn ein Hauch von Grau, Umbra, Blau sich schimmernd in die mächtige Schwärze mischt und sich mitunter ein helles Weiss wie Gletscher über die Felsen legt.
In der Ausstellung beherrscht ein dunkles Bergmassiv den Hauptraum der Galerie. Mit jedem Schritt, den man zurücktritt, verändert sich der Ausdruck des Bildes und gewinnt an Intensität. Risse und Schrunden, Abbrüche, bizarres Gestein werden sichtbar, sich wie Wellen überschlagende Felsformationen, eine grosse Bewegung, die sanft in eine ruhige Himmelspartie ausläuft. Ein schlichter schwarzer Holzrahmen umgibt das Bild wie eine markante Grenze.
Ganz unterschiedlich ist die Landschaft aus der Umgebung von Wien, wo Godly seit kurzem ein weiteres Arbeitsfeld entdeckt hat. Hier ist es das Wasser, eine sanfte Unendlichkeit der Landschaft, eine andere Farbigkeit, reduziert auf ihre Ausstrahlung, die dominiert - ganz anders als jene der markanten Bündner Bergmassive auf seinen bisherigen Gemälden.

Bis 
03.04.2009
Künstler/innen
Conrad Jon Godly
Autor/innen
Gisela Kuoni

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