«Welt in Sicht II»

Barbara Davi · Interieur, 2005, Collage und Farbstift auf Papier, 15 x 20 cm

Barbara Davi · Interieur, 2005, Collage und Farbstift auf Papier, 15 x 20 cm

Hinweis

«Welt in Sicht II»

Die zweite Station der von Annamira Jochim und Barbara von Flüe kuratierten Ausstellungsreihe kreist um den Sinngehalt des Begriffs «Welt». Im Zentrum steht der Lebensraum, der auf unsere Befindlichkeit einwirkt. Sechs künstlerische Positionen konzentrieren sich auf den Wohnraum und dessen vermeintliche Eigenheiten: Er spiegelt die Persönlichkeit, bietet Schutz, birgt Geheimnisse und grenzt die «Welt da draussen» aus. Die barocke Behaglichkeit erlesen möblierter Wohnstuben aus Architekturzeitschriften wird in den Collagen von Barbara Davi durch eine wie ein Gletscher sich einschneidende fremde Bildebene überschwemmt. Verstörend wirkt die Malerei von Martina Gmür durch die figurale Reduktion und ihre seltsame Positionierung auf dem Bildgrund, womit «Sit», 2008, auch die Verortung des Betrachters verunklärt. Christian Ratti und Jean-Franck Haspel überliefern eine Portion Geschichte aus der Zeit, als die Vorratskammer in jedem Haushalt noch einen zentralen Platz einnahm. In «Rübli 29.X.41», 2008/09, präsentieren sie einen Ausschnitt ihrer fortschreitenden Dokumentation zur Kunst des Haltbarmachens. Der Schreibtisch des verstorbenen Hans Diez wird bei Petra Elena Köhle und Nicolas Vermot Petit-Outhenin zur Schatztruhe. Jos Näpflin verwandelt in «Tag», 2006, die bourgeoise Wandverkleidung in ein sprachgewandtes Manifest, und Lena Maria Thüring arbeitet in «809 minutes», 2008, mit der Erinnerungskraft von Musik.

Bis 
07.03.2009

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