Zilla Leutenegger

Zilla Leutenegger · At Night, 2009, Videoinstallation, 107 x 120 x 120 cm. Foto: Barbora Gerny-Vojtechova

Zilla Leutenegger · At Night, 2009, Videoinstallation, 107 x 120 x 120 cm. Foto: Barbora Gerny-Vojtechova

Hinweis

Zilla Leutenegger

Da schreibt die kleine Zilla Leutenegger (*1968) dem Clown Dimitri einen Brief mit der Bitte, sie in seine Schule aufzunehmen. Er antwortet, dass sie noch viel Zeit hätte, sich diesen Schritt zu überlegen. Diese Vertröstung auf später muss das Mädchen damals enttäuscht haben. Nun ist der Brief Teil der Installation ‹Trimitri›, 2009. Zu einem kleinen weissen Hocker gesellt sich ein gezeichnetes, in der Art von Dimitri geschminktes Selbstporträt. Doch geht es nicht primär um eine Selbstinszenierung, wie sie etwa Tracy Emin oder Sophie Calle zelebrieren. Vielmehr ermöglicht die Verwendung der eigenen Person hier ein zweckoptimiertes Arbeiten. So geistert sie als Projektion ihrer selbst im Holzmodell des Ateliers umher: ‹Studio›, 2009. Dafür hat Leutenegger mit einer «Green Box» gearbeitet, mit welcher sie die Figuren des Videos freistellen und auf die Installation projizieren kann. So auch in der Videoarbeit ‹At night›, 2009. Eine Zeichnung der rauchenden, in einem Stuhl sitzenden Zilla ist ins modellartige Objekt eingefügt. Die Arbeit lebt von Licht und dem Schatten einer Holztreppe auf der Wand sowie den minimalen Bewegungen in den hart konturierten Zeichnungen. Immer sind es Innenräume, in denen sich die alltäglichen Begebenheiten abspielen. Diese bieten Raum für eigene Erinnerungen und lassen die Einmaligkeit eines Moments spürbar werden.

Bis 
05.03.2010
Autor/innen
Dominique von Burg
Künstler/innen
Zilla Leutenegger

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