Liu Heung Shing

Liu Heung Shing · Schülerinnen der Oberstufe beim Lernen unter der hellen Beleuchtung des Tiananmen-Platzes, Peking, 1981

Liu Heung Shing · Schülerinnen der Oberstufe beim Lernen unter der hellen Beleuchtung des Tiananmen-Platzes, Peking, 1981

Hinweis

Liu Heung Shing

Was lesen die Mädchen neben ihren abgestellten Velos mitten auf dem Platz? Romane? Reiseführer? Zeitschriften? Die Szene wirkt in dem diffusen Streulicht aus den gigantischen Strassenlaternen höchst surreal. Liu Heung Shings (*1951) Aufnahmen sind ebenso sprechend wie rätselhaft. Die Bildlegende vermittelt den politischen Kontext: Chinesische Schülerinnen lernen - mangels elektrischer Beleuchtung in Privathäusern - auf dem Tiananmen-Platz.
Die von Katri Burri kuratierte Ausstellung zeigt Fotografien von 1976-1983, die das Alltagsleben im nach-maoistischen China unter dem Wirtschaftsreformer Deng Xiaoping dokumentieren. Dieser forderte seine Landsleute auf, «aufgrund von Tatsachen nach der Wahrheit zu suchen». Aus den Aufnahmen von Liu Heung Shing spricht dieses neu erwachte Interesse an der Wirklichkeit, genauer am Alltag der chinesischen Bevölkerung. Als Absolvent eines Studiums in Politikwissenschaft in New York und einer Ausbildung als Fotograf bei der Zeitschrift Life kehrte Liu 1976 nach China zurück. Seine Bilder zeigen ein Land im Wandel, wobei die coolen Sonnenbrillen der jungen Chinesen nicht nur Liu, den Fotografen, spiegeln, sondern auch unsere eigenen Sehnsüchte nach Schönheit und Ruhm.

Bis 
30.03.2011
Künstler/innen
Liu Heung Shing
Autor/innen
Claudia Jolles

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