Billy, Gadient, Meyer, Oderbolz

Markus Gadient · Live-Set-Landscape, 2018; Vanessa Billy · Feeds like Energy, 2014, Installationsansicht Kunsthalle Palazzo, Liestal

Vanessa Billy, Barbara Maria Meyer, Edit Oderbolz · Between the Sky and the Water, 2012, Installationsansicht Kunsthalle Palazzo

Hinweis

Billy, Gadient, Meyer, Oderbolz

Vanessa Billy, Markus Gadient, Barbara Maria Meyer und Edit Oderbolz verbindet ein gemeinsames Interesse an Natur, Energieaustausch und Transformation. Dies sind die Themen, die ihre Malerei auf Leinwand und Wand, ihre Installationen und Skulpturen prägen. Trotz formaler Unterschiede finden sich überraschende Klammern.
Markus Gadient (*1958) zeigt erstmals drei grossformatige Ölgemälde seiner Serie ‹Live-Set-Landscapes›, 2018. Emotional aufgeladen zelebrieren sie den grossen Auftritt von Landschaft auf der Bildbühne. Farbintensive Flächen und Formen mischt er expressiv-gestisch auf der Leinwand, wie ein DJ seine Tracks am Mischpult. Der graue Hintergrund ordnet sich nicht unter, sondern potenziert die Szenerie: ein produktiver Widerstreit zwischen Anerkennen und Verwerfen malerischer Konventionen.Die Installationen von Edit Oderbolz (*1966) aktivieren poetisch-erzählerische Inszenierungen in scheinbar harmlosen, alltäglichen Materialarrangements. Aus der vorgegebenen Bahn gebogene Gardinenstangen haben sich in architektonischen Nischen eingenistet. ‹Between the Sky and the Water›, 2012, ein pastellblau lackiertes Armierungsgitter, wölbt sich in den Raum, drapiert mit Stoff- und Kleidungsstücken, die sich nur scheinbar zufällig in den abstehenden Gitterstäben verfangen haben. Ein prekärer Unterstand, der anderes bietet als Schutz von oben.
Vanessa Billy (*1978) testet in ihren vielschichtigen Skulpturen diametral widersprechende Elemente in fragilen Versuchsanordnungen aus. Wie in ‹Clear as Sky›, 2013, in der eine leuchtende Glühbirne in einen minimalen, aber dramatischen Kontakt mit einer blauen Flüssigkeit kommt. In ‹Stalker›, 2016, einem hohen, rollbaren Turm aus Metallkäfigen, werden transparente Silikonabgüsse von verschiedenen Objekten wie einem Stein, einer Feder, einer Avocado oder einem Blatt von kleinen, pulsierenden LEDs zum Atmen gebracht: ein mobiler, kritischer Kommentar zu Verwertungsstrategien von natürlichen Ressourcen.
Seit 2014 beschäftigt sich Barbara Maria Meyer (*1955) intensiv mit den Konturen von Pflanzenblättern und treibt durch die Auswahl des Bildausschnitts den Abstraktionsgrad immer höher, wie im hellgrauen ‹Feuilles Nr. 26›, 2015, in dem der weisse Bildraum bis auf zwei winzige Kreise verdrängt ist. Neben einer Auswahl von Acrylbildern in von der Natur inspirierten Farben präsentiert Meyer eine hellblaue Wandmalerei, gegenüber vom einzigen in Grautönen gehaltenen Gemälde von Markus Gadient. Eine Kontaktaufnahme dynamischer Abstraktionsprozesse, die von Vanessa Billys ‹Feeds like Energy›, 2014, ironisch gespiegelt werden: dem Abguss einer halbierten Zitrone, deren eine Schnittfläche leuchtet, sodass ihr warmes, gelbliches Licht auf die verspiegelte Oberfläche der anderen Hälfte trifft.

Bis 
18.03.2018

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