Brigitte Kowanz

Brigitte Kowanz · Tipping Point, 2018, Zeichnung auf Aluminium, 42 x 59 x 3 cm, Courtesy Häusler Contemporary München/Zürich

Brigitte Kowanz · Tipping Point, 2018, Zeichnung auf Aluminium, 42 x 59 x 3 cm, Courtesy Häusler Contemporary München/Zürich

Brigitte Kowanz · Tipping Point, 2018, Neon und Spiegel, 60 x 60 x 60 cm, Courtesy Häusler Contemporary München/Zürich

Brigitte Kowanz · Tipping Point, 2018, Neon und Spiegel, 60 x 60 x 60 cm, Courtesy Häusler Contemporary München/Zürich

Hinweis

Brigitte Kowanz

Zürich — Jeden Tag starren wir auf den Bildschirm unseres Smartphones und lassen uns in den Sog aus Information und Unterhaltung hineinziehen. Der Bildschirm wird unser Fenster zur Welt: Wir lesen Nachrichten, erfahren, was unsere Freundinnen und Freunde beschäftigt, schauen Katzenvideos aus Usbekistan. Gleichzeitig lassen wir etwas von uns selbst in die virtuelle Welt einfliessen: Wir replizieren unsere Erlebnisse auf Social Media, erhalten Reaktionen darauf, die wir schliesslich wieder mit der Realität in Bezug setzen. Die Grenzen zwischen virtuellem und realem Raum sind nicht mehr genau auszumachen, dies nicht zuletzt aufgrund von Technologien wie Virtual und Augmented Reality. Das Thema der Digitalisierung griff Brigitte Kowanz (*1957, Wien) bereits 2017 an der Biennale in Venedig auf. «Es geht mir um den realen und den virtuellen Raum, darum, wie diese ineinander verschmelzen und wie wir zwischen den beiden Räumen hin und her springen», sagte sie im Rahmen der Ausstellung ‹Infinity and Beyond›, die im Österreichischen Pavillon zu sehen war. In der Galerie Häusler Contemporary wird dieses Thema nun beispielsweise in der Installa­tion ‹Tipping Point› fortgeführt. In einem Würfel befindet sich die Neonschrift ‹Tipping Point›, die zwischen mehreren Zweiwegspiegeln eingearbeitet wurde. Schaut man von oben in den Würfel hinein, scheint sich der Raum bis ins Unendliche zu erweitern, die Schrift wird darin unzählige Male multipliziert. Durch den Spiegel werden wir in den fiktiven Raum hineinprojiziert. So entsteht ein Hybrid, der fragt: Wo hört der reale Raum auf? Wo beginnt der fiktive? Einerseits greift die Ausstellung ‹Matter of Reflection› das Thema der Digitalisierung auf, andererseits wird Licht als Informationsträger positioniert; eine Tradition, die auf das Lichtmorsen des 19. Jahrhunderts zurückgeht, auf die optische Übertragung von Informationen, die vor allem in der Seefahrt verwendet wurde. Wie die Morse-Codes übermitteln auch die Arbeiten von Brigitte Kowanz verschiedenste Botschaften, die im Rahmen dieser Ausstellung eine Vielfalt an Interpretationen zulassen. So auch ‹Tipping Point›: Ähnlich wie wir den fiktiven Raum innerhalb des Würfels nicht fassen können, übersteigt auch das World Wide Web unsere Vorstellungskraft. Welcher der Kipp- oder Wendepunkt der Digitalisierung ist, und ob dieser bereits erreicht wurde, bleibt offen.

Bis 
16.03.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Brigitte Kowanz 25.01.201916.03.2019 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Giulia Bernardi
Künstler/innen
Brigitte Kowanz

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