Dock

Anne-Dominique Hubert · Wirbel, 2018, Videoinstallation, Videostill

Anne-Dominique Hubert · Wirbel, 2018, Videoinstallation, Videostill

Marie Sutter · 2631, 2018, Direktdruck Alu-Dibond, 134,3 cm x 190 cm

Marie Sutter · 2631, 2018, Direktdruck Alu-Dibond, 134,3 cm x 190 cm

Hinweis

Dock

Basel — Dock wird 10! Wer sich in Basel mit neuer Kunst beschäftigt, ist hier richtig. Seit 2009 ist der Offspace an der ­Klybeckstrasse zu einem wichtigen Schaufenster und Treffpunkt geworden. Der Ort steht nicht nur für Experimente, sondern ist auch eine gut vernetzte Infostelle mit einem Archiv von rund 280 Portfolios, die Einblick in das vielgestaltige Schaffen der Region vermitteln. Hier findet ein angeregter Austausch über aktuelle Themen, auch über Migration und den soziopolitischen Strukturwandel aus der Perspektive der Kunst statt. Dieses Jahr widmet sich das Dialogformat ‹9x9 Speaking Corner› der Bedeutung und Gestaltung von Künstlerpublikationen und mit ‹Tandem Corner› laden Kunstschaffende andere zum Gespräch ein. Mit der neuen Ausstellung, ‹uncanny valley›, knüpft DOCK an ein Phänomen der Roboterwissenschaft an. Das «unheimliche Tal» wurde bereits in den Siebzigerjahren von einem japanischen Wissenschaftler entdeckt und zeigt, dass die Empathie von Personen gegenüber Robotern in Abscheu und Unbehagen umschlägt, sobald diese allzu menschenähnlich aussehen. In einer Grafik zeigte er, dass die Akzeptanz von Androiden bei zunehmend realitätsnaher Erscheinung nicht mehr wächst, sondern einen plötzlichen Einbruch, ein Tal, verzeichnet. Sigmund Freud verband das «Unheimliche» mit Verdrängtem und brachte mit der sprachgeschichtlichen Herkunft eine räumliche Komponente ins Spiel: das Wort «heim» und seine Bedeutung für Heimat und Haus. Drei Kunstschaffende nehmen diesen Faden nun auf. Wie sich Fremdes in etwas Vertrautes verwandeln kann, zeigt Anne-Dominique Hubert (*1952) in einer Annäherung an wilde Hunde. Die Tiere waren bei einem Unwetter schutz­suchend in ihr Atelier eingedrungen und hatten ein Geflecht aus Spuren hinterlassen, das zur Grundlage der mehrteiligen Arbeit ‹Wirbel›, 2018, mit Video und Collage wurde. In Marie Sutters grossformatiger Fotografie ‹2631›, 2018, erscheint der urbane Raum als anonyme und bedrohliche Kulisse, während die 3D-Animation ‹ground›, 2018, von Dirk Koy (*1977) die Besucherinnen die Transformation eines Baumstamms zur bizarren Landschaft verfolgen lässt. Weitere spannende Aspekte der Thematik werden durch die Philosophin Astrid Kottmann und Johannes Binotto im Artist Talk beleuchtet. 

Bis 
14.03.2019

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