Lukas Hoffmann und Adrian Schiess

Lukas Hoffmann · Duisburg (K), 2014, C-Print

Lukas Hoffmann · Duisburg (K), 2014, C-Print

Adrian Schiess · Fetzen, 1993, Kunsthaus Zug, Schenkung Christian Graber © ProLitteris. Foto: Annelies Štrba

Adrian Schiess · Fetzen, 1993, Kunsthaus Zug, Schenkung Christian Graber © ProLitteris. Foto: Annelies Štrba

Hinweis

Lukas Hoffmann und Adrian Schiess

Zug — Der Zuger Lukas Hoffmann (*1981) lebt und arbeitet seit langem in Berlin. Nun stellt ihm das Kunsthaus Zug insgesamt sechs Räume zur Verfügung, um in einer ersten Institutionellen Ausstellung in seiner Heimat sein fotografisches Werk zu präsentieren. Mit Ausnahme einiger weniger farbiger Werke handelt es sich um grossformatige schwarzweisse Gelatine-Abzüge, die Architektur oder Stadträume zeigen. Die mit grosser Fachkamera aufgenommenen und im eigenen Labor gefertigten analogen Fotoarbeiten sind von hoher handwerklicher Qualität, durchdachter, strenger Komposition und höchst präzise in der Wiedergabe der Materialien. Hoffmann überlässt nichts dem Zufall. Das steht in einem irritierenden Gegensatz zu dem, was die menschenleeren Bilder zeigen: Sie lassen uns oft auf Beiläufiges und Nebensächliches blicken, in banale Hinterhöfe, auf beliebige Büsche und Sträucher oder hinein in eine anonyme Leere, wie sie an manchen Stadträndern anzutreffen ist. Sie laden uns ein, die Leere mit unserem eigenen Erleben anzureichern. 2018 nimmt Hoffmanns Schaffen eine neue Richtung: Er widmet sich Passanten im urbanen Raum und hält die Flanierenden mit der Grossbildkamera mit grosser Detailfreude und Präzision fest. Die strenge Konstruktion der zuvor erwähnten Arbeiten weicht hier einer neuen Form von bewegter Spontaneität. Die Ausstellung wird später im Photoforum Pasquart in Biel und in Cherbourg-en-Cotentin, Frankreich, gezeigt. Parallel dazu werden Arbeiten von Adrian Schiess (*1959), die der Sammler Christian Graber 2015 dem Kunsthaus Zug schenkte, vorgestellt. Eine spannende Konstellation: dort die in ihrer Strenge radikale Weltsicht Lukas Hoffmanns, hier Adrian Schiess’ entschiedene Konzentration auf Grundfragen der Malerei und auf das Experiment mit Farbe und Licht. Schiess legt lackierte Aluminiumplatten, deren Farbgebung sich im wechselnden Licht des Raums verändert, auf dem Boden aus. Daneben liegen auf Tischen unsystematisch ­Ergebnisse seiner 1991 in New York gesammelten atmosphärischen Farbstudien, die den Grund für seine ‹Flachen Arbeiten› abgeben: eine Art Ateliersituation also. Im Untergeschoss sehen wir an den Wänden ‹Fetzen› – Resultate einer langen Auseinandersetzung mit dem malerischen Gestus und mit der Materialität der Farbe. Innerhalb der einen Präsentation von Adrian Schiess erleben wir zwei Extreme: einerseits die technische Klarheit der ‹Flachen Arbeiten›, an der es nichts zu rütteln gibt, und anderseits die fast unbändige, jeden Rahmen sprengende Opulenz «unfertiger» Malereireste.

Bis 
17.03.2019

Werbung