Pope.L, Adam Pendleton

Pope.L · No Thing, 2019, Ausstellungsansicht Galerie Eva Presenhuber, Zürich. Foto: Stefan Altenburger

Pope.L · No Thing, 2019, Ausstellungsansicht Galerie Eva Presenhuber, Zürich. Foto: Stefan Altenburger

Adam Pendleton · Untitled (masks), 2018, Silkscreen ink on Mylar; jedes Blatt 131 x 100,5 cm, gerahmt: 131 x 100,5 cm, Ausstellungsansicht Galerie Eva Presenhuber, Zürich. Foto: Stefan Altenburger

Adam Pendleton · Untitled (masks), 2018, Silkscreen ink on Mylar; jedes Blatt 131 x 100,5 cm, gerahmt: 131 x 100,5 cm, Ausstellungsansicht Galerie Eva Presenhuber, Zürich. Foto: Stefan Altenburger

Hinweis

Pope.L, Adam Pendleton

Zürich — «I like that objects in our culture take on qualities that maybe they don’t possess», sagte Pope.L 2015 über seine raumgreifende Installation im Museum of Contemporary Art in Los Angeles. ‹Trinket› bestand aus einer überdimensionalen amerikanischen Flagge, die durch mehrere Ventilatoren zum Wehen gebracht wurde. Pope.L spielte mit den verschiedenen Bedeutungen, die dieser Gegenstand annehmen kann. Das imposante Format der Flagge eröffnete zunächst einen assoziativen Raum für Eigenschaften wie Patriotismus, Macht oder Erhabenheit. Doch schaute man genauer hin, wurden die Anzeichen ihrer Vergänglichkeit ersichtlich. Sie hatte Risse an einem Ende, die, je länger die Fahne wehte, immer grösser wurden. Wie die Risse erweiterte sich auch der Bedeutungsraum: Die Flagge stand nicht mehr nur für Stärke und Beständigkeit, sondern gleichzeitig für Schwäche und Zerfall. Die Arbeiten von Pope.L (*1955, Newark) spielen mit der Dualität, die gewisse Gegenstände je nach Inszenierung erhalten. Dies veranschaulicht er jeweils mit einem Hang zum Theatralischen, auch in der Ausstellung ‹No Thing› in der Galerie Eva Presenhuber. In einem von zwei Räumen befinden sich verschiedene Installationen, darunter ‹Well (Redistribution Version)›, die aus acht Gläsern besteht, die bis zum Rand mit Wasser gefüllt sind. Eine Leuchte ist auf die Installation gerichtet; so stehen die Gläser im Rampenlicht wie die Schauspieler auf einer Bühne, die gleich mit ihrer Performance beginnen. Ähnlich wie die amerikanische Flagge in ‹Trinket› bewegt sich die Symbolik der Gläser auf einer feinen Linie, die sich in die eine oder andere Richtung entwickeln kann. Sie sind nicht nur grosszügig gefüllt, sondern überfüllt: das volle Glas als Sinnbild von Wohlstand, das Übervolle stellvertretend für Überdruss und moralischen Zerfall. Auch die Betrachterinnen und Betrachter werden fester Bestanteil der Installation: Denn jede Bewegung könnte jene sein, welche die Gläser zum Überlaufen bringt. So nimmt die Installa­tion eine performative Ebene ein und befragt die Relation der Betrachtenden zum dargestellten Inhalt. Adam Pendleton (*1984, Richmond), dessen Arbeiten im ersten Raum der Galerie zu sehen sind, hebt hingegen hervor, wie Gegenstände durch gesellschaftliche Konventionen mit Bedeutung aufgeladen werden. Für die Serie ‹Untitled (masks)› hat er die Fotografie einer Maske des westafrikanischen Volksstamms Dan vergrössert und auf zwanzig Leinwände gedruckt. Ähnlich wie die amerikanische Flagge stehen auch die Masken für eine gesellschaftliche Identität und gliedern sich in deren Bedeutungsspektrum ein. 

Bis 
16.03.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
No Thing: Pope.L, Adam Pendleton 19.01.201916.03.2019 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Autor/innen
Giulia Bernardi
Künstler/innen
Adam Pendleton

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