Rita Ackermann

Rita Ackermann · Strokes of Disappearance, 2018, Acryl und Öl auf Leinwand, 127 x 152,4 cm, Courtesy Hauser & Wirth. Foto: Genevieve Hanson

Rita Ackermann · Strokes of Disappearance, 2018, Acryl und Öl auf Leinwand, 127 x 152,4 cm, Courtesy Hauser & Wirth. Foto: Genevieve Hanson

Rita Ackermann · Sister, 2018, Acrylic, oil, pastel and pigment on canvas, 198,1 x 167,6 cm

Rita Ackermann · Sister, 2018, Acrylic, oil, pastel and pigment on canvas, 198,1 x 167,6 cm

Hinweis

Rita Ackermann

Zürich — Rita Ackermann malt, um ihre Sujets wieder verschwinden zu lassen. Ein scheinbarer Widerspruch, der auch im Titel ihrer Arbeiten zu finden ist. So beispielsweise in ‹Strokes of Disappearance›, also: Anzeichen des Verschwindens. Auf der Leinwand ist noch vage die Silhouette eines Menschen – vielleicht die eines Kindes – zu erkennen. Inmitten einer verschneiten Landschaft scheint die Figur gegen die Wucht eines Schneesturms anzukämpfen. Mühselig versucht sie voranzukommen, jene Körperteile, die dem Wind am meisten Widerstand bieten, sind mit schwarzer Farbe schattiert. Ähnlich verschwommen, wie man als Betrachterin oder Betrachter den Inhalt der Arbeit wahrnimmt, muss die Umgebung auch für die Figur sein. Obwohl man sich ein Stück weit mit der Figur identifizieren kann, bleibt ­ihre Identität dennoch verborgen und wird schon bald verschwunden sein. Womöglich werden ihre Fussspuren vom wirbelnden Schnee überdeckt, als ob sie nie da gewesen wären. So bewegen sich die Arbeiten von Rita Ackermann (*1968, Budapest) zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, aber auch zwischen dem Verletzlichen und dem Gewaltsamen. Die Existenz der Figur ist fragil, die Pinselstriche haben etwas Brutales an sich; mit körperlichem Einsatz radiert Ackermann das Körperliche ihrer Darstellungen aus, hinterlässt etwas Abstraktes, das die Intuition des Publikums erfordert. «Ich weiss nicht, ob das Leben ewig ist, aber ich weiss, dass ich male, um zu leben. Deshalb muss ich die Konturen der Figur dekonstruie­ren», sagt Rita Ackermann zu ihrer Ausstellung ‹Brother and Sister›. Vielleicht ist diese Aussage so zu deuten: Solange noch nicht alles festgehalten wurde, geht das Leben weiter. So lässt die ungarische Künstlerin immer wieder neue Figuren entstehen, um sie schliesslich zu verwischen. Und es gibt immer etwas, das noch festgehalten werden muss.

Bis 
02.03.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Rita Ackermann. Brother and Sister 17.01.201902.03.2019 Ausstellung Zürich
Schweiz
CH
Künstler/innen
Rita Ackermann
Autor/innen
Giulia Bernardi

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