Sillages

Roberto Greco · Œillères, 2017

Roberto Greco · Œillères, 2017

Olga Cafiero · o. T., 2018

Olga Cafiero · o. T., 2018

Hinweis

Sillages

Biel — Duft, Licht und Farbe, der schwer fassbare und doch so wirkmächtige Reiz des Schönen ist das Thema dieser kleinen, wunderbar sinnlichen Gruppenausstellung, zu der die Direktorin des Photoforums, Danaé Panchaud, fünf Künstlerinnen und Künstler eingeladen hat. Mit unerschiedlichen Mitteln suchen die fünf Kunstschaffenden, die zwischen Ende zwanzig und Ende vierzig sind, eine Begegnung von Fotografie und Duft, einen eigenen, betörenden ästhetischen Raum zu erschaffen. Direkt dem Duft verbunden und geheimnisvoll ist die Arbeit ‹Œillères›, 2017, von Roberto Greco (*1984). Greco hat eine Schwäche für das Morbide, so inszenierte er bereits in früheren Serien Welkes und Vertrocknetes zu dunkel-opulenten Stillleben. Für ‹Œillères› fotografierte er Körper und Blumen: Körper abseits glatter Schönheitsvorstellungen und Blumen, die welken. Beide Motive inszeniert er in melancholischer Schattenhaftigkeit. Zu diesen Bildern hat Greco vom französischen Parfumeur Empire einen Duft kreieren lassen, den man in einem formschönen Glaskolben erschnuppern kann. In Duft gehüllt, lassen sich weitere Entdeckungen machen. Zum Beispiel die Lentikulardrucke von Olga Cafiero (*1982). Die grossformatigen Arbeiten enthalten jeweils fünf verschiedene Blumenfotografien. Je nach Blickwinkel ist jeweils nur ein Motiv zu sehen. Erst in der Bewegung vor den Arbeiten entfaltet sich das ganze Bouquet – ähnlich wie bei einem Parfum, bei dem auch nicht alle Duftbestandteile gleichzeitig erfasst werden können. Christelle Boulé (*1984) erzeugt abstrakte Bildkompositionen, indem sie Parfum auf Silbergelatinepapier träufelt. Thibault Jouvent (*1991) kombiniert ein nächtliches Video mit einem Duftgerät, das eine Art Meeresbrise verströmt. Und Virginie Otth (*1971) macht unter anderem die Duftherstellung selbst zum künstlerischen Work in Progress. Ihre Arbeit ‹Cadre d’enfleurage› basiert auf einer traditionellen Duftgewinnungstechnik, für die monatelang täglich frische Blütenblätter auf eine Fettemulsion gelegt werden. Die Fettemulsion nimmt nach und nach die Duftmoleküle der Blütenblätter auf. Otth zieht eine Parallele zwischen dieser Extraktionstechnik und der Analogfotografie, bei der das Bild auf eine lichtempfindliche Silberemulsion übertragen wird, und inszeniert eine kleines Parfumlabor, das gleichzeitig an eine fotografische Dunkelkammer erinnert, die sich im Lauf der Ausstellung mit Rosendüften füllen wird. 

Bis 
31.03.2019
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Sillages 27.01.201931.03.2019 Ausstellung Biel/Bienne
Schweiz
CH
Künstler/innen
Olga Cafiero
Virginie Otth
Autor/innen
Alice Henkes

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