Gérard Traquandi

Imi Knoebel · Maria, 1991, und Gérard Traquandi, Ausstellungsansicht ‹Contrepoint, Gérard Traquandi & la Donation Albers-Honegger›, Courtesy Galerie Catherine Issert, Saint-Paul-de-Vence (für GT) © ProLitteris. Foto: eac

Imi Knoebel · Maria, 1991, und Gérard Traquandi, Ausstellungsansicht ‹Contrepoint, Gérard Traquandi & la Donation Albers-Honegger›, Courtesy Galerie Catherine Issert, Saint-Paul-de-Vence (für GT) © ProLitteris. Foto: eac

Gérard Traquandi, Sans titre, 2018, und Adrian Schiess, Flache Arbeit, 2014, Ausstellungsansicht ‹Contrepoint, Gérard Traquandi & la Donation Albers-Honegger›, Centre national des arts plastiques – Espace de l’Art Concret, Donation Albers-Honegger, Courtesy Galerie Laurent Godin, Paris (für GT) © ProLitteris. Foto: eac

Gérard Traquandi, Sans titre, 2018, und Adrian Schiess, Flache Arbeit, 2014, Ausstellungsansicht ‹Contrepoint, Gérard Traquandi & la Donation Albers-Honegger›, Centre national des arts plastiques – Espace de l’Art Concret, Donation Albers-Honegger, Courtesy Galerie Laurent Godin, Paris (für GT) © ProLitteris. Foto: eac

Hinweis

Gérard Traquandi

Mouans-Sartoux — Eine Reise nach Nizza sollte in den 30 Autominuten entfernten Weiler Mouans-Sartoux führen. Inmitten pittoresk südfranzösischer Parkanlage lädt der Espace de l’Art Concret «eine heute passive, stumme, resignierte Welt hierher ein, um aktiv, verantwortungsbewusst und schöpferisch wirksam zu werden». So erklärte es Gottfried Honegger (1917–2016) vor 16 Jahren. Wichtiger Vertreter der konkreten Kunst, sammelte der in Zürich geborene Künstler mit seiner Frau Sybil Albers über 700 Werke, schenkte sie 2000 dem Staat, errichtete 2004 dafür das Haus, legte die Hängung fest. Erst 2015, ein Jahr vor seinem Tod, liess er Direktorin Fabienne Fulchéri freie Hand. Klug lud sie Kunstschaffende zum Kuratieren ein, wie jetzt Gérard Traquandi. Intimer Kenner der Sammlung, wagt der 68-Jährige aus Marseille mit Musikalität und Transzendentalität einen klaren Kontrapunkt. So wird sichtbar, wie doktrinäre Strenge Scharfsicht fürs Unzähmbare provoziert. Konkret sieht das so aus: Mit Zeichnungen der Jahre 1988–2018 beginnt Traquandi den Parcours im Erdgeschoss – eine Wand voll abstrakter Baumskizzen als Echo zu den durch die grossen Fenster einfallenden Schattenspielen. Deutlich entfernt vom Geist konkreter Kunst, setzt Traquandi erdige, fast expressive, dann wieder meditative Werke in Bezug zur Sammlung. Die siedle, sagt er, «romantisch und sentimental eher an den Rändern der Konkreten»: Erd-Frottagen von Herman de Vries, eine organisch-dekorative Erzählung in Drucken von František Kupka, ein erstaunlich gestisches «Schlachtenbild» von Imi Knoebel oder eine Wiederentdeckung des 2001 verstorbenen Aarauers Gottlieb Soland. In dieser Gesellschaft treten die handgemachten Züge von Honeggers Reliefgemälden vor dessen formale Gestalt. Über die drei Etagen des Gebäudes schwillt diese visuelle Musik der Nebentöne an, bisweilen kontrastiert durch Zwischenspiele mit Adrian Schiess oder John McCracken, um schliesslich unterm Dach mit einer Pastorale zu enden, ganz Licht, ganz Farbe. Erhebende Empfindung, wie sie das Ehepaar Albers-Honegger durch seine Sammlung erhielt. 

Bis 
05.04.2020
Institutionenabsteigend sortieren Land Ort
Espace de l'Art Concret Frankreich Mouans-Sartoux
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Gérard Tranquandi - la donation Albers-Honnegger 06.04.201905.04.2020 Ausstellung Mouans-Sartoux
Frankreich
FR

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