Hans Schärer

Hans Schärer · Ohne Titel, 1984, Öl und Acryl auf Papier, 150 x 230 cm © ProLitteris

Hans Schärer · Ohne Titel, 1984, Öl und Acryl auf Papier, 150 x 230 cm © ProLitteris

Hinweis

Hans Schärer

Basel — Die Galerie Müller zeigt das späte Schaffen von Hans Schärer (1925–1997). Mit rohen Frauenbildern, den ‹Madonnen›, hat sich der Luzerner einen Namen gemacht. Allerdings sind es weniger Madonnen als vielmehr deren archaische Gegenbilder. Die Augen zu Schlitzen reduziert, die Zähne gebleckt, auf der Brust eine Art Vagina, tauchen die dämonischen Wesen vor monochromen Gründen auf. Einige dieser der Art Brut nahe­stehenden Idole ­wurden 2013 an der Biennale in Venedig gezeigt. Auch die Figuren zweier Hauptwerke in Basel sind mit dunklen Augen und zur Schau gestellten Zahnreihen in expressiver Gestik gezeichnet. Doch hier sind es männliche Gestalten. Kämpfer, mit schaufelartigen Pranken, mit Helmen und Schildern bewehrt, die jeweils zu dritt agieren. Schwarz auf Weiss, fast lebensgross, hat sie Schärer auf riesige Packpapiere gemalt. Einzelne Köpfe und durchgestrichene Körper ergänzen die Szenerie. Teilweise quergestreift, als wären es bandagierte Mumien, und mit wenig Rot akzentuiert, muten sie unheimlich an. In den Neunzigerjahren treten auch Mickey Mouse und der Tod ins Bild. Maskenhaft erstarrt und höhnisch lachend, schwebt die Pop-Figur in einem Lichterkranz monumental über der dunklen Bergwelt. In ‹Eigenthal›, 1992, werden die Luzerner Alpen zur Kulisse für den trotzigen Spott über die Vergänglichkeit.

Bis 
11.04.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Hans Schärer 04.02.202011.04.2020 Ausstellung Basel
Schweiz
CH
Autor/innen
Iris Kretzschmar
Künstler/innen
Hans Schärer

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