Marc Bauer

Marc Bauer · Mi Piace Commenta ­Condividi, 2020 (Detail), Öl und Bleistift auf Dibond, 80 x 120 cm, Courtesy Galerie Peter Kilchmann

Marc Bauer · Mi Piace Commenta ­Condividi, 2020 (Detail), Öl und Bleistift auf Dibond, 80 x 120 cm, Courtesy Galerie Peter Kilchmann

Hinweis

Marc Bauer

Mailand — Die Kraft des Zeichenstrichs ist ungebrochen, auch in Zeiten des digitalen Bildes, und auch dann, wenn die Social Media als Zeichnungsvorlage dienen. Dies macht die Ausstellung deutlich, die Marc Bauer (*1975, Genf) im Istituto Svizzero in Mailand zeigt. Erstmals kuratiert hier als neue Leiterin des Bereichs Kunst Gioia Dal Molin – bis vor Kurzem noch zuständig für die Kulturstiftung des Kantons Thurgau. Die Schau von Bauer, der selbst italienische Wurzeln hat und heute in Zürich und Berlin lebt, bezieht klar Stellung – gegen den Populismus, für mehr Solidarität. Auch wenn man mit den jüngsten Geschehnissen der Politbühne Italiens nicht im Detail vertraut ist, offenbaren Bauers akkurat abgezeichnete Twitter-Posts von Lega-Chef Matteo ­Salvini die schamlos propagandistischen Mittel, mit denen dieser Anhänger mobilisiert und Feindbilder schürt. Säuberlich dividiert dieser das Fremde vom «Eigenen», das gemünzt auf Italien etwa Pizza und Madonnen wäre. Bauer kombiniert diese Symbole auf grossen Dibondtafeln assoziativ mit ikonischen Medienbildern und latent rassistischen Politslogans. Ähnlich operiert der Künstler in einer ortsspezifischen Wandzeichnung, während im Hintergrund ein Mädchen ‹Bella Ciao› singt. Auch wenn sich nicht alle Bezüge auf Anhieb erschliessen, spürt man dennoch deutlich: Da braut sich eine ungute Mischung zusammen.

Bis 
21.03.2020
Ausstellungen/Newsticker Datumaufsteigend sortieren Typ Ort Land
Marc Bauer 14.02.202021.03.2020 Ausstellung Milano
Italien
IT
Künstler/innen
Marc Bauer
Autor/innen
Deborah Keller

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