«doublebind» im Paula Modersohn-Becker Museum

Ute Weiss-Leder: Bildstörung 2003, Video 1, Farbe, ohne Ton, 4.30 Min./Video 2, Farbe, Ton, 2.30 Min.

Ute Weiss-Leder: Bildstörung 2003, Video 1, Farbe, ohne Ton, 4.30 Min./Video 2, Farbe, Ton, 2.30 Min.

Hinweis

«doublebind» im Paula Modersohn-Becker Museum

Wie arbeiten und leben Künstlerinnen mit Kind? Sie reiben sich in ihrer Doppelrolle auf, antwortet der Titel «doublebind». Sind sie hier, sollten sie dort sein. Wie in der Fabel des Igels und des Hasen rasen sie rastlos hin und her. Doch ein Grossteil der 27 Künstlerinnen, deren Werke die Kuratorin Signe Theill um «Kunst, Kinder und Karriere» kreisen lässt, scheinen dem hypostasierten Teufelskreis entkommen zu sein und widersprechen dem Titel. Aura Rosenberg (New York) und Annelies Strba (Zürich) haben das Heranwachsen ihrer Kinder mit Fotografien und Texten in entprivatisierte, eigenständige Werke verwandelt. Ute Weiss-Leder (Berlin), deren Werk ansonsten von Erinnerungsphänomenen handelt, zieht das Auseinanderstrebende in einem prägnant-ironisierenden Bild zusammen. Tyne Claudia Pollmann (Berlin), deren Arbeit zwischen Kunst und Medizin noch immer unterschätzt wird, entwirft ein Mathematikspiel für Kinder. Zwar liesse sich auch eine Ausstellung mit Rirkrit Tiravanija, Gerhard Richter, Peter Friedl, Pawel Althamer im Horizont von Kindern denken. Aber bei «doublebind» soll die Produktion selbst, beziehungsweise die Komplikationen der Produktion wegen der Kinder hinzugedacht werden: Kunst und Leben in eins. Die Regisseurin Doris Dörrie meint, seit der Geburt ihres Kindes, sei sie disziplinierter; sie trödele nicht mehr, weil sie nur eine bestimmte Zeitspanne zur eigenen Arbeit zur Verfügung habe. Die Engführung auf die Mutterrolle beleuchtet nur einen Aspekt der künstlerischen Sphäre. Dieser wird in Bremen vor allem durch die Kuratorin Dorothee Richter im Theorieschatten der Gender-Studies mit Ausstellungen, Symposien, Publikationen seit Jahren nachhaltig fundiert. Offensichtlich ist in Bremen die Präsenz postfeministischer Studien öffentlicher und vielfältiger als anderswo. Mit Katalog.

Bis 
08.05.2004

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