Sowjetische Fotografie der 20er und 30er Jahre im Fotomuseum

Alexander Rodtschenko: Mädchen mit Leica, 1934, Silbergelatine-Abzug, 45 x 29,5 cm, Privatsammlung

Alexander Rodtschenko: Mädchen mit Leica, 1934, Silbergelatine-Abzug, 45 x 29,5 cm, Privatsammlung

Hinweis

Sowjetische Fotografie der 20er und 30er Jahre im Fotomuseum

Alle neuen Medien brauchen Zeit, bis sie zu sich selber kommen und die Begrenzungen ihrer Herkunft verlassen. Die Fotografie hatte ihr Coming-out in den zwanziger und dreissiger Jahren. Zugleich an drei verschiedenen Orten befreite sie sich von piktorialen Zwängen: in Amerika, in Deutschland und in der Sowjetunion. Das Fotomuseum hat bereits verschiedentlich Vertreter des amerikanischen und deutschen «Neuen Sehens» vorgestellt, sogar auch die weiblichen Protagonistinnen der Weimarer Republik Mitte der 90er Jahre mit einer Gruppen-Ausstellung geehrt. Nun stellt es den dritten wichtigen «Strom» der Moderne, die «Sowjetische Fotografie der 20er und 30er Jahre» vor und liegt damit im Trend. Wer «Traumfabrik Kommunismus» in Frankfurt oder «Berlin-Moskau» in Berlin gesehen hat, vielleicht auch noch die grossartigen Fotografien der Russischen Revolution im Kontext der Puni-Ausstellung in Basel, dem wird mit der Ausstellung in Winterthur eine weitere Facette der künstlerischen Sicht auf die sowjetische Gesellschaft ermöglicht. Das von Olga Sviblova vorgetragene Konzept der Ausstellung stellt drei verschiedene Richtungen vor, die parallel stattfanden: die piktorialistische neben der konstruktivistischen Fotografie und beiden gegenüber die Doktrin des Sozialistischen Realismus. Gezeigt werden 250 Vintageprints, darunter Arbeiten von Max Penson, Georgi Petrussow, El Lissitzky, Alexander Rodtschenko, Alexander Grinberg. Mit umfangreichem Katalog. Zeitgleich zeigt die Fotostiftung Schweiz Arbeiten des Schweizer Fotografen Lukas Felzmann (*1959).

Bis 
15.05.2004

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