Maria Lassnig und Liz Larner im Kunsthaus

Maria Lassnig, Liz Larner · Zwei oder Drei oder Etwas, 2006, Ausstellungsansicht, © Kunsthaus Graz, Nicolas Lackner, 2006

Maria Lassnig, Liz Larner · Zwei oder Drei oder Etwas, 2006, Ausstellungsansicht, © Kunsthaus Graz, Nicolas Lackner, 2006

Hinweis

Maria Lassnig und Liz Larner im Kunsthaus

Die österreichische Malerin Maria Lassnig (*1919) trifft im Grazer Kunsthaus auf die kalifornische Bildhauerin Liz Larner (*1960). «Zwei oder Drei oder Etwas» lautet der Ausstellungstitel. Dieser spiegelt, dass hier Unwägbarkeiten riskiert werden: Im Ungefähren begegnen sich zwei Künstlerinnen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben. Lassnig will Erfahrungen des eigenen Körpers visualisieren. Das hat sie schon zu ganz abstrakt anmutenden Figurationen, blind gemalten Strichbildern geführt. Danach wurden ihre Arbeiten scheinbar realistischer. In traumatisch verdichteten Bildfindungen setzt sie ihren Körper Verrenkungen und Verzerrungen aus. Die sind Massstab einer introvertierten Metaphorik, welche niemals im Klischee erstarrt, sondern böse spielt damit. Dagegen geht es Larners skulpturalen Eingriffen vorderhand um das Besetzen von Raum, um eine ironische Auseinandersetzung mit modernistischen Rezepten zur Einteilung und Anfüllung desselben. Das schliesst ebenfalls ein Hinterfragen von Standpunkt und Perspektive mit ein. Im Aufdecken gesellschaftlich vorfabrizierter Identitätskonstrukte kommen sich die Positionen der beiden Künstlerinnen also wohl am nächsten.

Bis 
06.05.2006

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