«Der Kontrakt des Fotografen» im Museum Morsbroich

Hinweis

«Der Kontrakt des Fotografen» im Museum Morsbroich

1982 entstand der britische Spielfilm «Der Kontrakt des Zeichners» von Peter Greenaway. Darin wurde von dem nach vielen Verstrickungen schliesslich bitteren Ende des Zeichners berichtet, der sich allzu pedantisch an die Weisungen des Vertrags glaubte halten zu müssen. Die Ausstellung «Der Kontrakt des Fotografen» referiert auf den bekannten Titel, um zu zeigen, dass auch die Fotografie auf einer Verabredung zwischen dem/der Fotografierenden und seinem/ihrem Sujet bestehen kann, dass «eine gemeinsame Arbeit am Bild» stattfindet. Dieses Gemeinsame kann sich allerdings gänzlich unterschiedlich darstellen. Die in England lebende Künstlerin Shizuka Yokomizo beispielsweise hat ihr unbekannten Personen einen Vertragsbrief geschickt, in dem sie die Personen bat, sich zu einem bestimmten Zeitpunkt ans Fenster zu stellen, weil sie sie dort fotografieren wolle. Falls sie kein Interesse hätten, sollten sie die Vorhänge zuziehen. Die amerikanische Fotografin Tina Barney dokumentiert immer von neuem, wie sich die weisse Upperclass in den USA oder auch in Europa, in der Serie «The Europeans», darstellt. Sie fotografiert die Personen, als handle es sich um wenn nicht Verwandte, dann nahe Bekannte. Stets wird das Gefühl vermittelt, Tina Barney sei in die herrschenden Rollen und Rituale eingeweiht, sie sei im inner circle drin. Der amerikanische Fotograf Nicholas Nixon fotografierte 1975 erstmalig seine Lebensgefährtin im Kreis ihrer Schwestern. Mittlerweile ist es ein Langzeitprojekt, in das sich jedes Jahr nach gleichem Muster ein neues Bild einreiht. Jedes Jahr posieren die Schwestern. Man sieht sie langsam älter werden, Kleidung, Haare, Gesichter, alles ändert sich, aber gar nicht so frappant. Mal scheinen sich die zwei rechts im Bild besonders zugewandt, dann wieder umarmen sich alle vier oder stehen nur nebeneinander. Weitere «Kontraktformen» lassen sich u.a. bei Richard Billingham, Jeff Burton, Clegg & Guttmann, Angela Fensch oder Shizuka Yokomizo verfolgen. Kurator ist Markus Heinzelmann. Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Siemens Arts Programm. Mit Publikation im Verlag für moderne Kunst.

Bis 
26.05.2007

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